Bauindustrie: Hochtiefs Elbdisharmonie und Bilfingers Köln-Schlamassel

KommentarBauindustrie: Hochtiefs Elbdisharmonie und Bilfingers Köln-Schlamassel

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Die Baustelle der Elbphilharmonie am Ufer der Elbe in Hamburg.

von Harald Schumacher

Die beiden führenden deutschen Baukonzerne stecken mit Groß -und Prestigeprojekten am Heimatmarkt in der Krise - dabei weisen die eigentlich unterschiedlichen Fälle wichtige Gemeinsamkeiten auf.

Fall eins: In Hamburg geht es um explodierende Kosten und verzögerte Fertigstellung beim vielleicht phänomenalsten Konzerthaus der Welt. In einem schwierigen vetraglichen Dreiecksverhältnis zwischen dem städtischen Bauherren, dem renommierten Architektenteam Herzog & de Meuron und dem international erfahrenen Baukonzern Hochtief knirscht es gewaltig. Die Stadt, repräsentiert von der Kultursenatorin Karin von Welck, behauptet, das Bauunternehmen sei "einen belastbaren Terminplan für die Fertigstellung der Elbphilharmie" schuldig geblieben und hat jetzt Klage eingereicht gegen Hochtief.

Fall zwei liegt ganz anders: In Köln sind vor gut einem Jahr das Stadtarchiv-Gebäude und Teile eines angrenzenden Wohnhauses innerhalb von Sekunden eingestürzt. Zwei Menschen starben, das komplette Archivmaterial versank im Schutt. Der Verdacht, dass das Unglück mit der direkt davor liegenden U-Bahnbaustelle zusammen hängt, trifft vor allem den Baukonzern Bilfinger Berger, der sich dort zusammen mit zwei weiteren Baufirmen durch den Untergrund wühlt.

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Gemeinsamkeiten bei einigen Unterschieden

Bei allen Unterschieden fallen Gemeinsamkeiten zwischen dem Hamburger Hochtief- und dem Kölner Bilfinger-Problem auf.

Zum einen: Hier wie dort steht die Zuverlässigkeit eines führenden Bauunternehmens zur Disposition - mal im Tiefbau-, mal im Hochbaubereich. Rhetorisch gefragt: Wie steht es um die Leistungsfähigkeit dieser Industrie, wenn nicht einmal die beiden Branchenführer in der Lage sind, Groß- und Prestigeprojekte im Heimatmarkt solide zu realisieren? Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter und Bilfinger-Boss Herbert Bodner wollen seit Jahren umsteuern und nur solche Bauaufträge annehmen, mit denen ihre Konzerne unter dem Strich Geld verdienen können. Doch offenbar wird dabei immer noch so gerechnet, dass man nur mit Nachträgen über die Runden kommt. Und in den Vertragskonstruktionen werden immer noch Sollbruchstellen eingebaut, die zu unkalkulierbaren Risiken führen - zu finanziellen und erst recht zu Risiken für Ruf und Image.

Zum anderen zeigt sich nämlich, dass die Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung solcher Riesendesaster fast immer in der Defensive sind. Die Schuldfrage lässt sich, wenn der Skandal hochkocht, meist noch nicht beurteilen. Wer in Köln und Hamburg Recht hat, wieviel Anteil am Misslingen des Bauprozesses jeweils dem beteiligten Unternehmen anzulasten ist, das wird vermutlich erst in Jahren fest stehen. Wenn überhaupt.

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