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Baumärkte: Praktiker hat es schwer

Kolumne von Holger Geißler

Baumärkte erfreuen sich bei den Verbrauchern wachsender Beliebtheit. Der Praktiker-Kette hilft das wenig: Die Imagewerte sind schwach. Damit wird der Umbau der Kette zum Kraftakt – schreibt Holger Geißler von YouGov.

Kunden stehen an der Quelle: AP
Kunden stehen an der Bushaltestelle eines Praktiker-Baumarktes Quelle: AP

In der DIY-Branche (Kurzform für Do-It-Yourself-Branche) lässt sich hierzulande nach wie vor Geld verdienen. Doch der Konkurrenzkampf ist groß und so wundert es Branchenkenner wenig, dass erste Anbieter mit schlechten Zahlen auf sich aufmerksam machen. Im Moment trifft dies insbesondere auf die Praktiker-Kette zu.

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Dabei konnten die verschiedenen Baumarktketten insgesamt betrachtet seit Jahresbeginn ihre Beliebtheit bei den deutschen Verbrauchern steigern. Dies ist das Ergebnis einer Imageanalyse, die auf dem Markenmonitor YouGov BrandIndex basiert. Demnach haben sich die Imagewerte einiger Ketten seit Jahresbeginn verbessert. So konnte etwa Bauhaus zuletzt deutlich zulegen und erreichte im Juli mit durchschnittlich 65 BrandIndex-Punkten den ersten Platz unter den untersuchten Baumärkten.

Werbung punktet bei weiblichen Verbrauchern

Im Vergleich dazu schneidet Praktiker aus Verbrauchersicht wesentlich schlechter ab: Nur 27 BrandIndex-Punkte erreichte Praktiker im Juli. Allerdings gab es zuletzt auch eine positive Entwicklung, wie eine Werbeeffizienz-Analyse auf Basis der BrandIndex-Daten zeigt. So konnte das Unternehmen nach dem Launch einer neuen Werbekampagne, in der Boris Becker als Testimonial auftritt, nicht nur die Aufmerksamkeit steigern, sondern auch die Imagewerte um einige Punkte verbessern.

Dabei kam der ehemalige Tennisstar insbesondere bei weiblichen und unter 30-jährigen Verbrauchern an. Die aktuelle Debatte über die Zukunft der Praktiker-Kette scheint jedoch auch bei den Verbrauchern angekommen sein, denn die Imagewerte sind vor kurzem wieder etwas gesunken. Mit einer positiven Entwicklung macht derzeit hingegen die Praktiker-Tochter Max Bahr auf sich aufmerksam. Sie konnte ihre Beliebtheit zuletzt deutlich steigern.

Weder Qualität noch Preise top

Ein genauerer Blick auf die BrandIndex-Daten offenbart das grundsätzliche Dilemma von Praktiker: Im Unterschied zu Konkurrenten wie Obi oder Hornbach ist der Kette bislang weder eine Qualitäts- noch eine Preispositionierung gelungen. Trotz der häufigen Rabattaktionen beurteilen die deutschen Konsumenten das Preis-Leistungs-Verhältnis von Praktiker vergleichsweise schlecht.

Grund zur Schadenfreude haben die Konkurrenten von Praktiker jedoch nicht – auch sie geraten verstärkt unter Druck. So macht Bauhaus dem Branchenprimus Obi zunehmend die Position als Verbraucherliebling strittig. Im Juli erreichte Obi im Schnitt sogar 4 BrandIndex-Punkte weniger als Bauhaus, nachdem lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu beobachten war.

Zur Untersuchung: Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.08.2011, 12:55 UhrAnonymer Benutzer: Paule_Praktiker

    Das die bobbele-Werbung bei der bevölkerungsgruppe "weiblich, unter 30" punktet ist ja super. Wird ja auch mal Zeit, dass sich die hübschen jungen Dinger nicht mehr nur in boutiquen, Parfümerien und Handyläden rumtreiben. Ab jetzt wird im baumarkt geshoppt: Nen Sack Zement farblich passend zu den Gucci-Schuhen gefällig? Oder doch lieber eine Rolle Glaswolle...aber bitte aus Kaschmir! Auf jeden Fall wird Praktiker ganz neue Käuferschichten erschliessen ;)

  • 19.08.2011, 16:15 UhrAnonymer Benutzer: Pauly

    Die haben auch - im Vergleich mit obi - nichts drauf.
    Haben mit Max bahr einen elitären, wahrscheinlich schweineteuren
    Sauladen übernommen. Sollten mal an sich arbeiten und ihre
    "birne" etwas beanspruchen.

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