
Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in London stimmten mehr als 99,5 des Kapitals von Hanson für die Kaufofferte. Damit könnte HeidelbergCement bis Ende August im Besitz aller Aktien sein und die einschließlich Schulden 14 Milliarden Euro teure Übernahme abschließen, wenn auch die Wettbewerbsbehörden der USA und die EU-Kommission noch zustimmen. Mit dem milliardenschweren Zukauf will HeidelbergCement die Rohstoffbasis langfristig sichern. „Mit dem Kauf von Hanson stärkt unser Unternehmen seine Position als einer der führenden Baustoffhersteller der Welt“, sagte Vorstandschef Bernd Scheifele. Mit den Standbeinen Zement sowie den Beton-Rohstoffen Sand und Kies werde HeidelbergCement künftig rund 15 Milliarden Euro Umsatz erzielen und 70.000 Menschen beschäftigen. HeidelbergCement hält bereits 28 Prozent des Kapitals von Hanson und setzte zuletzt mit rund 46.000 Beschäftigten 9,2 Milliarden Euro um. HeitdelbergCement wird umgekrempelt Zur Finanzierung der Übernahme des 1964 gegründeten britischen Baustoffherstellers krempelt HeidelbergCement-Chef Scheifele den Traditionskonzern um. Eine Minderheitsbeteiligung am französischen Zementhersteller Vicat wurde bereits für 1,4 Milliarden Euro verkauft, der rentable Trockenmörtel-Anbieter Maxit soll ebenfalls verkauft oder an die Börse gebracht werden. Auf dem Prüfstand stehen auch die Hanson-Sparten Tonziegel und Beton-Röhren, an denen HeidelbergCement kein Interesse hat. Als weitere Finanzquellen dient dem Konzern eine 527 Millionen schwere Barkapitalerhöhung, die allein von Mehrheitsaktionär Adolf Merckle gezeichnet wurde. Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Aktien von HeidelbergCement büßten gegen den freundlichem Markttrend 0,8 Prozent auf 105,36 Euro ein. Die Papiere von Hanson legten in London knapp 0,5 Prozent auf 1085 Pence zu.









