Bayer-Chef Marijn Dekkers: "Der Aufschwung wird weitergehen"

Bayer-Chef Marijn Dekkers: "Der Aufschwung wird weitergehen"

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Interview mit Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG (Europa, Deutschland, NRW, Leverkusen, Management, Innenaufnahme, Industrie, Pharmaindustrie, Manager, Vorsitzender des Vorstandes, Geste, Persönlichkeit) Interview with Dr. Marijn Dekkers, chairman of the board of the Bayer AG (Europe, Germany, North Rhine-Westphalia, Leverkusen, Management, inside view, industry, pharmaceutical industry, Manager, chairman of the board of directors, gesture, personality)

von Jürgen Salz und Roland Tichy

Marijn Dekkers, der Bayer-Chef über seine Umbaupläne, den Abbau von Arbeitsplätzen, deutsche Untugenden und gierige Aktionäre.

WirtschaftsWoche: Herr Dekkers, Sie stehen seit zehn Monaten an der Spitze von Bayer. Bisher haben Sie vom Konjunkturaufschwung profitiert. Jetzt mehren sich die Zeichen für einen Abschwung. Ist die Party schon vorbei?

Marijn Dekkers: Nein, der Aufschwung wird weitergehen. Viele Länder beginnen allerdings, ihre Konjunkturprogramme zurückzufahren, etwa die Ausgaben für die Infrastruktur. Das ist spürbar.

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Was ist mit den gesamtwirtschaftlichen Risiken? Der US-Staatsverschuldung? Der Euro-Krise? Platzt die Blase in China?

Die größeren Länder werden Staatsverschuldung und Euro-Krise in den Griff bekommen. Sie haben dafür die nötigen Mittel und Kapazitäten. Auch für die USA bin ich da optimistisch. Und in China sehe ich keine Anzeichen dafür, dass die Blase platzt. Ich rechne dort mit einem weiteren Aufschwung.

Trotz Ihres Optimismus ist Bayer im zweiten Quartal nur um 0,8 Prozent gewachsen. Ist der Zenit schon überschritten?

Bayer ist – wenn man die Währungseffekte ausklammert, also Auf- und Abwertungen – um über fünf Prozent gewachsen. Das ist für mich die entscheidende Zahl. Unser Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg im zweiten Quartal um mehr als 25 Prozent. Das Konzernergebnis sogar um über 40 Prozent. Und unsere Prognosen für 2011 haben wir bestätigt. Wir erwarten nach wie vor einen Umsatzanstieg um fünf bis sieben Prozent auf 36 bis 37 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Sondereinflüssen von 7,5 Milliarden Euro; das wären gegenüber 2010 etwa fünf Prozent mehr.

Warum baut Bayer dann weltweit 4500 Stellen ab, davon 1700 in Deutschland, etwa fünf Prozent der heimischen Jobs? Sie hatten zuvor noch gesagt, keinen großen Veränderungsbedarf zu sehen.

Das erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Zum einen kosten uns die Gesundheitsreformen weltweit Marge, gleichzeitig wird die Pharmaforschung immer teurer. Zum anderen müssen wir unser Geschäft in den Schwellenländern ausbauen und mehr für die Vermarktung unserer Produkte tun. Deshalb müssen wir Bürokratie abbauen und die frei werdenden Mittel für den Ausbau unserer Geschäfte nutzen, also: mehr Innovation, weniger Administration. Und wir bauen nicht nur Arbeitsplätze ab, sondern auch auf: In diesem Jahr haben wir für das Pharmageschäft in China 1000 neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt werden wir mehr als 2500 neue Jobs in Schwellenländern schaffen wie Brasilien, Indien, Russland oder China.

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