Bayer gegen BASF: Die Pillen machen den Unterschied

Bayer gegen BASF: Die Pillen machen den Unterschied

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Eine Aspirin-Schmerztablette mit der Aufschrift des Herstellers Bayer

In Leverkusen ist die Stimmung besser als in Ludwigshafen. Bei der heutigen Vorlage der Bilanz für 2008 konnte Bayer-Chef Werner Wenning eine bessere Ergebnisentwicklung verkünden als sein BASF-Kollege Jürgen Hambrecht in der vergangenen Woche.

Während bei der BASF der Gewinn (vor Steuern und Zinsen) für 2008 um zehn Prozent schrumpfte, konnte Bayer dort noch leicht zulegen. Um 1,3 Prozent steigerte Bayer sein Ergebnis auf 4,3 Milliarden Euro.

Den Unterschied macht vor allem das Gesundheitsgeschäft. Bayer-Chef Werner Wenning konnte vor allem mit umsatz- und ergebnisstarken Präparaten zur Empfängnisverhütung, gegen Multiple Sklerose und Nierenkrebs punkten. Auch in der schweren Zeiten wie diesen ist auf das Medikamenten-Geschäft immer noch Verlass. Pillen sind nun mal krisenresistente Produkte, da sich Krankheiten nicht an Konjunkturverläufen orientieren.

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Insgesamt macht Bayer mit seinen Gesundheitsprodukten einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro (Gesamtumsatz: 33 Milliarden Euro). BASF dagegen hat sein Medikamentengeschäft bereits vor Jahren an den US-Konzern Abbott verkauft. Auch im Pflanzenschutzgeschäft konnte Bayer mit guten Zahlen aufwarten.

Ähnliche Probleme haben Bayer und BASF jedoch mit ihren Chemieprodukten und Kunststoffen. Die schweren Nachfrageeinbrüche aus der Auto-, der Bau- und der Elektroindustrie machen beiden Unternehmen zu schaffen. Im entsprechenden Teilkonzern Bayer Material Science reduzierte sich der Umsatz im vergangenen Jahr um sieben Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen ging um fast fünfzig Prozent zurück.

Das vierte Quartal 2008 fiel miserabel aus. Entsprechend verhalten war denn auch Wennings Ausblick für 2009. Wegen der Krise bei den Chemieprodukten dürften sich Konzernumsatz und -ergebnis reduzieren. Konkret rechnet Wenning beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit einem Rückgang um etwa fünf Prozent. BASF-Chef Jürgen Hambrecht war bei seinem Ausblick vor einer Woche dagegen sehr vage geblieben.

 

Bei Bayer will Wenning, "wenn es nur eben machbar ist", auch in Zukunft betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Von Arbeitnehmern und Gewerkschaftern erwartet er, dass sie sich bei Löhnen und Arbeitzeit flexibel zeigen.

Ansonsten hält Bayer das Geld zusammen: Milliarden-Zukäufe werde es nicht geben, sagte Wenning. Und die Investitionen in Sachanlagen werden zurückgefahren. Nur an den Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen kürzt Bayer nicht - das Budget erhöhte sich 2008 sogar noch leicht auf 2,6 Milliarden Euro. Der Großteil des Forschungsinvestitionen fließt auch künftig in das Gesundheitsgeschäft. Damit Bayer auch weiterhin noch mit Pillen punkten kann.      

 

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