Bayern LB: Kein Ende der Torturen

KommentarBayern LB: Kein Ende der Torturen

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Die Bayern LB bekommt Milliarden aus dem Landeshaushalt und wirft Tausende Angestellte raus. Ihre Zukunft sichert das nicht. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp.

Es ist ein Debakel, das selbst in der seit mehr als einem Jahr an Horrornachrichten nicht gerade armen Bankenbranche seinesgleichen sucht.

Die Bayern LB braucht nun insgesamt 30 Milliarden Euro staatlicher Zuwendung  und muss sich zudem von 5600 Mitarbeitern trennen. Die Bank, die die Belastungen aus der Finanzkrise lange leugnete, agiert offenbar seit Wochen haarscharf am Rande der Insolvenz. Ein Ende der Krise ist kaum absehbar. Gegen das Institut aus dem deutschen Vorzeigebundesland erscheint inzwischen selbst die West LB solide, die über Jahre der verlässlichste Lieferant von Negativschlagzeilen aus dem öffentlich-rechtlichen Bankenlager war.

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Selbst jetzt, da sich die Größenordnungen des Debakels nicht mehr vertuschen lassen, hat die wirtschaftliche Vernunft in München offenbar gegenüber politischen Eitelkeiten und allenfalls vagen Standorterwägungen kaum eine Chance.

Wie sonst ist zu erklären, dass Ministerpräsident Horst Seehofer gegen alle Widerstände auf der Eigenständigkeit der Landesbank beharrt und deshalb auch keine Bundeshilfe annehmen will?

Seehofer stützt seine Bank lieber alleine

Denn wenn sich der Bund in München engagiert hätte, hätte er auf eine Fusion der Landesbank mit einem anderen Institut drängen können.

Da setzt Seehofer lieber auf das Bayern-Motto „Mir san mir“ und stützt seine Bank allein. Auf drei Milliarden Euro aus dem Landeshaushalt mehr oder weniger kommt es ihm da offensichtlich auch nicht an.

Irgendwann einmal, vielleicht so um das Jahr 2015, könnte die Bank schließlich privatisiert werden. Bis dahin wird der Staat als nun größter Anteilseigner die Geschicke der Bank lenken.

Auch aus dem Mittelstandsgeschäft drohen in den kommenden Monaten Belastungen

Zukunft der BayernLB ist Quelle: AP

Zukunft der BayernLB ist ungesichert

Bild: AP

Schon deshalb erscheint zweifelhaft, ob das Geld der bayerischen Steuerzahler bei der Landesbank gut angelegt ist.

Die Krise hat gezeigt, dass Banken, in denen Politiker das Sagen haben, nicht besonnener als die angeblich so renditegeilen privaten Institute agiert haben. Und obwohl nun Aktivitäten jenseits des Kerngeschäfts der Mittelstandsförderung gestutzt oder eingestellt werden, bleibt die Frage, welche Rolle die Bank auch in  bescheidenerer Form eigentlich spielen soll. Auch aus dem Mittelstandsgeschäft drohen in den kommenden Monaten Belastungen.

Die EU-Behörden in Brüssel werden den bayerischen Sonderweg genau prüfen

Die EU-Behörden in Brüssel werden den bayerischen Sonderweg  genau prüfen.

Ob sie ihm zustimmen, scheint fraglich. Der Verdacht, dass hier überkommene Strukturen mit Steuermilliarden irgendwie über die Zeit gerettet werden sollen, liegt jedenfalls auf der Hand. Gut möglich, dass ein Einschreiten der Behörden gegen Seehofers Plan für die Steuerzahler noch der beste Weg wäre. Denn ein Ende der Belastungen ist nicht in Sicht. So ist nicht einmal ausgeschlossen, dass Bayern diese irgendwann allein nicht mehr stemmen kann und es dann doch zu einer Notfusion kommt.

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