BayernLB: Kemmers konsequenter Abgang

KommentarBayernLB: Kemmers konsequenter Abgang

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

von Cornelius Welp

Das Debakel um die gescheiterte Beteiligung an der Hypo Group Alpe Adria kostete Michael Kemmer den Chefsessel bei der BayernLB. Das ist nur konsequent, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp.

Im vergangenen Jahr hatten die Mitarbeiter der BayernLB noch protestiert, um die damals schon geplante Ablösung ihres Chefs Michael Kemmer zu verhindern. Gestern Abend, kurz nachdem Kemmer seinen Rücktritt erklärt hatte, blieb es ruhig. Eigentlich wollte da im fünften Stock des Gebäudes der Vorstand der BayernLB angereisten Journalisten sein Zukunftskonzept erklären. Doch die Veranstaltung wurde kurzfristig abgesagt. Stattdessen tagte dort der Verwaltungsrat der Bank, um über die Folgen eines zweieinhalb Jahre währenden Expansionsabenteuers zu diskutieren, das Bayern noch lange beschäftigen wird. 

Kemmer, der als Hoffnungsträger gestartet war und selbst bei Oppositionspolitikern hohes Ansehen genoss, war nicht mehr zu halten. Er hatte den fatalen Kaufvertrag für die Kärntner Debakelbank Hypo Group Alpe Adria zwar nicht unterschrieben. Als Finanzvorstand war er aber in die Verhandlungen mit eingebunden. Auch er muss sich deshalb vorwerfen lassen, die Risken beim überhasteten Kauf der maroden Jörg-Haider-Bank unterschätzt zu haben. Sein Abgang ist deshalb konsequent. Ob sein Nachfolger, der als extrem ehrgeizig geltende Stefan Ermisch, tatsächlich nur eine Interimslösung bleibt, wird sich zeigen. Externe Bewerber dürften für den Münchner Schleudersitz nicht gerade Schlange stehen.

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Kein Ende der Konsequenzen

Kemmers Abgang wird wohl nicht die einzige Konsequenz bleiben. Mit zehn Milliarden Euro hat der Freistaat Bayern seine Landesbank gestützt, 3,7 Milliarden Euro kostet diese allein das nun beendete Balkanabenteuer - mindestens. Anders als bei anderen Bankenrettungen, bei all den Garantien oder stillen Einlagen, gibt es hier kaum noch Hoffnung für den Steuerzahler. Das Geld für die HGAA ist weg, in Österreich versenkt. Kaum vorstellbar, dass der Rücktritt eines Bankchefs da als Opfer reicht, um den Schaden in der Öffentlichkeit gut zu machen – zumal der Verwaltungsrat der Bayern LB mit CSU-Granden besetzt war und ist. Auf die Wirtschaftspartei, die Erfinder des Erfolgskonzepts von Laptop und Lederhose, kommen stürmische Zeiten zu

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