BayernLB: Leo Kirch und seine Klagen

BayernLB: Leo Kirch und seine Klagen

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Leo Kirch in Mainz (2006)

Leo Kirch erwägt eine Klage gegen die BayernLB. Es wäre nicht der erste Streit zwischen dem Medienunternehmer und einem Geldinstitut. Seine Fehde mit der Deutschen Bank beschäftigt die Gerichte schon seit Jahren.

Leo Kirch möchte, dass alles wieder wird wie früher. Als hätte es den Verkauf seiner Formel-1-Anteile gar nicht erst gegeben, zumindest nicht zu diesen Konditionen. Die BayernLB soll den Verkauf rückgängig machen. Das fordern zumindest Kirchs Anwälte in einem Brief an den Vorstand der Landesbank. Denn beim Verkauf der Anteile sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Nach der Insolvenz von Kirchs Medienimperium vor acht Jahren kam die BayernLB eher unfreiwillig an die Formel-1-Anteile – als einer der größten Gläubiger von Kirchs Mediengruppe. Den Gesamtwert der Motorsportserie bezifferte der damalige Vorstandschef Werner Schmidt auf drei Milliarden Euro. Im Vorstand der Bank wurde Gerhard Gribkowsky mit der Verwertung der Anteile beauftragt.

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Der Fall wird die Gerichte noch lange beschäftigen

Die Kirch-Anwälte werfen der Bank nun vor, dass sie ihre Anteile weit unter Wert an den Finanzinvestor CVC verkauft haben – nämlich für gerade einmal 680 Millionen US-Dollar. Der Verkauf sei deshalb unter „sittenwidrigen Umständen“ zustande gekommen. Die Anwälte  beziehen dabei auch auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München. Diese verdächtigt den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Der ehemalige BayernLB-Vorstand soll unter anderem rund 50 Millionen Dollar beim Verkauf der Formel-1-Anteile erhalten haben.

Von Gribkowsky und sieben anderen ehemaligen Vorständen fordert die BayernLB nun 200 Millionen Euro. Nicht nur wegen des Formel-1-Deals, sondern auch wegen Fehlspekulationen mit US-Immobilienpapieren und dem milliardenschweren Fehlkauf der Hypo Group Alpe Adria. Zudem versprach die Bank am Montag, die Umstände des Formel-1-Deals schnell aufzuklären. „Die Anwälte von Herrn Kirch haben uns um Auskunft zu unserem Vorgehen gebeten“, sagte ein Sprecher der Landesbank.

Die BayernLB versucht auch, einem teuren Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen. Denn Leo Kirch ist bekannt dafür, dass er lange Prozesse nicht scheut. Mit der Deutschen Bank führt der Medienunternehmer aus München schon seit Jahren einen Rechtsstreit. Die Fehde hat es sogar schon bis vor den Bundesgerichtshof geschafft.

Nach der Insolvenz seiner Mediengruppe hatte Leo Kirch die Deutsche Bank mit einer Flut von Klagen überzogen. Unter anderem will er zwei Milliarden Euro Schadensersatz haben – gemeinsam mit 17 Firmen seines ehemaligen Konzerns. Begründung für die Klage: Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, sei Schuld an der Insolvenz. In einem Interview hatte dieser die Kreditwürdigkeit von Kirchs Medienimperium bezweifelt. Nur wenige Wochen nach dem Interview musste KirchMedia die Insolvenz beantragen. Weil die Gläubigerbanken jedoch erst nach dem Interview den Geldhahn zugedreht hätten, vermutet Kirch einen direkten Zusammenhang.

Seitdem wandert der Fall durch die Instanzen. Das Landgericht München hatte die Klage im März 2009 abgewiesen. Gegen dieses Urteil hat Kirch Berufung eingelegt. Der Fall wird die Gerichte wohl noch lange beschäftigen.

Mittlerweile kämpfen Leo Kirch und die Deutsche Bank auch an einer anderen Front. Vor zwei Jahren erklärte das Frankfurter Landgericht sieben Beschlüsse der Hauptversammlung 2008 der Bank für nichtig. Die Einladung zur Hauptversammlung sei fehlerhaft gewesen. Geklagt hatten neun Aktionäre. Darunter auch Leo Kirch. Zuvor waren die Aktionäre rund um Kirch mit dem Versuch gescheitert, die Beschlüsse der Hauptversammlung 2004 anzufechten. Auch gegen die Hauptversammlung 2009 ist beim Frankfurter Landgericht ein Verfahren anhängig.

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