BayernLB-Tochter: Hypo Alpe Adria: Chronik eines skandalträchtigen Todes

BayernLB-Tochter: Hypo Alpe Adria: Chronik eines skandalträchtigen Todes

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Logo an der Zentrale der Hypo Group Alpe Adria in Klagenfurt.

Die österreichische Landesbank Hypo Alpe Adria wurde mit obskuren Geschäften zum Milliardengrab für die BayernLB. Dabei zeichnete sich schon vor Jahren ab, dass bei der Hypo einiges im Argen lag. Eine Chronik.

1991

Es ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung: Die Hypo Kärnten, bislang eine der kleinsten österreichischen Landesbanken, wandelt sich in eine Aktiengesellschaft um – und startet die ersten Crossborder-Leasinggeschäfte mit Slowenien.

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1992

Stabswechsel an der Spitze der Hypo Kärnten: Der neue Vorstandschef Wolfgang Kulterer übernimmt die Führung der verschlafenen Provinzbank. Gerade einmal 1,87 Milliarden Euro Bilanzsumme wies die Hypo Kärnten damals auf. Kulterer holt die österreichische Versicherung Grazer Wechselseitige als Aktionär an Bord und trimmt die kleine Bank im Süden Österreichs auf Wachstum.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens engagiert er sich rasch in den Nachfolgestaaten, die quasi direkt vor der Haustüre liegen. 1995 wird die ehemalige Landesbank in Hypo Alpe Adria Bank (HAA) umbenannt.

1997

Kulterers Expansion Richtung Südosten beginnt mit der Gründung von Leasing-Gesellschaften in Kroatien und Slowenien, die sich späteren Medienberichten zufolge wenig zimperlich zeigen. So finanziert die Hypo Alpe Adria im großen Stil den Aufkauf von Teilen der istrischen Riviera zu Billigpreisen.

Naturschutzgebiete werden nach dem Verkauf plötzlich in touristisch nutzbares Land umgewidmet, was dessen Wert explodieren lässt. An den Geschäften sind auch kroatische Kriminelle beteiligt, die später wegen ihrer Verbrechen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden.

Mit seinem nicht gerade zimperlichen Wachstumskurs pusht Kulterer die Bilanzsumme der Bank kräftig hoch: Im Jahr 2005 zählte die Hypo Alpe Adria mit einer Bilanzsumme von 25 Milliarden Euro zu den fünf größten Banken Österreichs. Ein Ende der Erfolgsstory schien nicht absehbar – doch das ändert rasch.

September 2004

Die Hypo Alpe Adria steigt in das Geschäft mit hoch riskanten Swap-Zinsgeschäften ein – und verbrennt sich dabei kräftig die Finger: Innerhalb von nur 14 Tagen verliert die Bank 328 Millionen Euro. Doch die hohen Verluste sollen dem Image der Bank nicht schaden, entscheidet Kulterer – und behält die Sache für sich. Die Landesholding informiert Kulterer seinen Angaben zufolge über die Verluste, doch der Öffentlichkeit enthält er den Fehlbetrag vor. Stattdessen soll das Minus über zehn Jahre verteilt abgeschrieben und so in der Bilanz versteckt werden.

2005

Kulterer platziert eine Wandelanleihe über 500 Millionen Euro für die Hypo Alpe Adria, obwohl den Beteiligten längst klar ist, dass der Skandal um Swap-Geschäfte den für 2007 geplanten Börsengang massiv gefährdet. Die Eile kommt auf Druck von Kärntens damaligem Landeshauptmann Jörg Haider, der die Hypo Alpe Adria auf dem Höhepunkt mit Landeshaftungen in Höhe von 25 Milliarden Euro stützte.

Haider hat mit dem Geld aus der Wandelanleihe Großes vor: Er dotiert damit den Zukunftsfonds des Landes Kärnten, der künftig soziale Wohltaten für die Einwohner seines Bundeslandes finanzieren soll.

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