Bekleidungshandel: C&A will Zuschläge mit Warengutscheinen bezahlen

Bekleidungshandel: C&A will Zuschläge mit Warengutscheinen bezahlen

Bild vergrößern

Das Markenzeichen der Handelskette C&A auf einer Filiale in Düsseldorf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi läuft derzeit Sturm gegen die C&A-Geschäftsleitung, die ab dem 1. Dezember Zuschläge für Arbeitszeiten nach 20 Uhr und an Wochenenden vorrangig mit nicht übertragbaren Warengutscheinen bezahlen will.

Zwischen dem Bundesfinanzministerium in Berlin und der C&A-Zentrale in Düsseldorf gibt es normalerweise nicht allzu viele Gemeinsamkeiten. Doch in diesen Tage tun sich überraschende Parallelen auf: In der Textilkette wie im Politikbetrieb spricht man über die Ausgabe von Einkaufsgutscheinen, um den Konsum anzukurbeln. Während sich Finanzminister Peer Steinbrück jedoch sträubt, jedem Arbeitnehmer einen Konsum-Coupon zu geben, hat C&A-Chef Bart Brenninkmeijer offenbar weniger Vorbehalte. „Die Mitarbeiter werden von ihren Filialleitern zurzeit gedrängt, eine Erklärung zu unterschreiben, mit der sie auf sämtliche Zuschläge für die Arbeit nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen verzichten“, sagt Johann Rösch, der bei der Gewerkschaft Verdi für die Textilbranche zuständig ist. Stattdessen sollen sie einen Warengutschein erhalten. In einem Flugblatt warnt Verdi die C&A-Mitarbeiter vor einer „empfindlichen Verschlechterung ihrer Arbeits- und Einkommensbedingungen“.

Bei C&A versteht man die Aufregung nicht. Die Verdi-Vorwürfe träfen nicht zu, sagt ein Sprecher. Die Gutscheinregelung sei ein freiwilliges Angebot. Alle Mitarbeiter hätten „ohne jeglichen Vorbehalt die Wahl“ zwischen einer tariflichen Zeitvergütung und den Warengutscheinen. Doch Gewerkschafter Rösch warnt: „Wenn der Chef seinen Leuten sagt, unterschreibt das mal, dann machen das viele.“ Auch in einer Rahmenvereinbarung zwischen dem Gesamtbetriebsrat und der C&A-Geschäftsführung heißt es: Die Mitarbeiter „erhalten für ihren Einsatz einen Warengutschein“. Am 1. Dezember tritt die Vereinbarung in Kraft. Zwar wird darin auch auf die alternativen Vergütungen nach Tarif hingewiesen. Als sogenannte „Regelvergütung“ gilt jedoch – anders als bisher – die Gutscheinlösung. Für jede Arbeitsstunde nach 20 Uhr gibt es demnach einen Shoppinggutschein über 20 Euro – einzulösen bei C&A etwa gegen Socken, Blusen oder Anzüge. An Sonn- und Feiertagen erhalten die Verkäuferinnen für jede Stunde einen Coupon über 30 Euro. Die Gutscheine sind nicht auf Dritte übertragbar.

Anzeige

C&A ist sich dennoch sicher, dass „die Regelung, die im Kern seit einigen Jahren bereits so besteht“, auf „große Zustimmung“ stößt. Ob die Gewerkschaft mit der Flugblatt-Aktion Erfolg hat, ist denn auch fraglich. Viele Angestellte sind mit dem Unternehmen zufrieden. Zudem offenbart das Verdi-Flugblatt eine Kluft zwischen der Gewerkschaft und dem Gesamtbetriebsrat (GBR). Mit der Neuregelung „maßt sich der Gesamtbetriebsrat Kompetenzen an, die ihm nicht zustehen“, heißt es in der Verdi-Schrift, verbunden mit der Warnung vor „rechtswidrigen“ Vereinbarungen zwischen GBR und Geschäftsführung.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%