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Bereitschaft zu Zukäufen: Deutsche Bank verbucht Milliarden-Gewinn

von wiw/rtr

Unbeeindruckt von den Turbulenzen an den Aktienmärkten hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal den Gewinn um fast ein Drittel gesteigert und die Erwartungen von Analysten getroffen. Bis auf einen Verlust im Eigenhandel konnte Deutschlands größtes Geldhaus Zuwächse in allen Geschäftsbereichen verbuchen und bekräftigte den Willen zu Zukäufen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann,  dpa
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Foto: dpa

Zu den kurzfristigen Aussichten der Bank äußerte sich Vorstandschef Josef Ackermann allerdings eher zurückhaltend. Die durch Inflationsängste hervorgerufene Verunsicherung über die Fortsetzung des weltweiten Wirtschaftswachstums sei geeignet, die Finanzmärkte zu beeinträchtigen, erklärte der Schweizer heute bei Vorlage der Quartalszahlen in Frankfurt. Mittel- und langfristig seien die Aussichten für die Bank jedoch günstig. „Wir haben im zweiten Quartal bewiesen, dass wir auch in einem schwierigen Marktumfeld ein erfreuliches Resultat erwirtschaften können“, resümierte Ackermann. Im zweiten Quartal verbuchten die Frankfurter eine Eigenkapitalrendite von 29 (Vorjahr 25) Prozent. Gemeinsam mit den starken ersten drei Monaten 2006 ergibt sich damit zur Jahresmitte eine Rendite von 35 (29) Prozent. Das sind zehn Punkte mehr als die von Ackermann geforderten 25 Prozent. Zuletzt hatte der Schweizer hier bereits Luft nach oben angedeutet. Investmentbank sorgt für fast drei Viertel des Gewinns Von April bis Juni verbuchte die Deutsche Bank unter dem Strich einen Gewinn von 1,23 Milliarden Euro nach 947 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Sie lag damit nur um drei Millionen Euro unter den Erwartungen von Reuters befragter Analysten. Im ersten Quartal hatte die Bank einen Rekordgewinn von 1,71 Milliarden Euro eingefahren. Die Erträge legten im Konzern um 15 Prozent auf 6,80 Milliarden Euro zu, während sich der Verwaltungsaufwand um zwölf Prozent auf 4,84 Milliarden erhöhte. Ganz unberührt von dem Einbruch der Aktienmärkte ab Mitte Mai blieb der inländische Branchenprimus nicht. So musste der Eigenhandel im Quartal einen Verlust ausweisen, womit das Handelsergebnis mit 1,72 (Vorjahr 1,59) Milliarden Euro den Analysten-Konsens um fast eine halbe Milliarde Euro verfehlte. Zins- und Provisionsüberschuss übertrafen hingegen mit 1,87 (1,61) beziehungsweise 2,95 (2,35) Milliarden Euro die Erwartungen. Die Risikovorsorge bezifferte die Deutsche Bank auf 78 (80) Millionen Euro. Hauptertragssäule war einmal mehr die Firmenkunden- und Investmentbank (CIB), die auf bereinigter Basis mit 1,4 (Vorjahr 0,8) Milliarden Euro fast drei Viertel des Vorsteuergewinns erwirtschaftete. Mit die deutlichsten Zuwächse verzeichneten der Bereich festverzinsliche Wertpapiere sowie das Emissions- und Beratungsgeschäft. Selbst im Aktienbereich, der auch den Handel für Dritte umfasst, konnte die Bank die Erträge um knapp ein Viertel ausbauen. Die zweite Konzernsäule, Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM), steigerte das bereinigte Vorsteuerergebnis um 32 Prozent auf 490 Millionen Euro. Augen auf für Zukäufe Konzernchef Ackermann bekräftigte seine Bereitschaft zu Zukäufen. „Wir verfolgen weiter die Strategie, sowohl aus eigener Kraft als auch durch ergänzende Zukäufe zu wachsen“, erklärte er. Erst vor drei Wochen hatte die Bank die Übernahme des börsennotierten US-Immobilienfonds MortgageIT im Gesamtwert von 338 Millionen Euro angekündigt. Ende Juni hatte Deutschlands Nummer eins zudem für 680 Millionen Euro den Zuschlag für die Berliner Bank erhalten.

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