Berliner Rüstungskreise: Airbus-Chef will Programmchef des Militärtransporter-Projekts A400M loswerden

Berliner Rüstungskreise: Airbus-Chef will Programmchef des Militärtransporter-Projekts A400M loswerden

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Präsentation des A400M Militärtransporters in Sevilla

Der Chef von Airbus greift beim Militärtransporter-Projekt A400M durch und will den spanischen Programmchef Carlos Suárez loswerden.

„Das Unternehmen muss bestraft werden, weil das Management die Probleme unter- und sich selbst überschätzt hat.“ Fällt ein Parlament ein solches Urteil, kann ein Unternehmensleiter normalerweise nur zurücktreten. Airbus-Chef Thomas Enders hingegen kommen die harten Worte gerade recht, die der französische Senat am Dienstag vergangener Woche über den Airbus-Militärtransporter A400M sprach.

Sie geben ihm den ersehnten Rückenwind, endlich durchzugreifen bei dem Programm, das mindestens vier Jahre verspätet und mehrere Milliarden teurer ist als geplant. Als erste Reaktion auf den Bericht hat Enders im Airbus-Mutterkonzern EADS und gegenüber Politikern die Ablösung des bisherigen Leiters der Truppentransporter-Sparte Carlos Suárez gefordert, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Berliner Rüstungskreisen.

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Enders’ Vorstoß ist offenbar im Sinne der deutschen Bundesregierung und des französischen Staats, hieß es in den Kreisen. Doch EADS-Chef Louis Gallois suche vor einem endgültigen Rauswurf von Suárez noch die Rückendeckung der anderen Länder, die am A400M-Projekt beteiligt sind: Spanien und Großbritannien. Airbus wollte sich hierzu nicht äußern.

Besonders die spanische Regierung wird Suárez’ Entlassung aber nicht ohne Weiteres hinnehmen. „Suárez hat alle Bemühungen zu einer stärkeren Integration seines Bereichs in den Rest von Airbus mehrfach praktisch ignoriert“, sagte ein Rüstungsexperte, der mit dem A400M befasst ist. „Und das hat der garantiert nicht ohne Rückendeckung seiner Regierung riskiert.“ Doch am Ende wird sich Enders mit seiner Personalie wohl ebenso durchsetzen wie mit der Integration der beiden Airbusfelder und dem Plan, größere Teile des Pannenfliegers im Airbus-Hauptwerk im südfranzösischen Toulouse fertigen zu lassen statt wie bisher im spanischen Sevilla. „In der bisherigen Konstellation“, so der Experte, „lässt sich der A400M wohl niemals wirtschaftlich bauen und muss am Ende sogar eingestellt werden.“

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