Beschäftigtenprognose: 31.000 weniger Zeitarbeiter als gedacht

Beschäftigtenprognose: 31.000 weniger Zeitarbeiter als gedacht

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Arbeiter auf einer Baustelle: Im April waren in Deutschland 724.000 Menschen in Zeitarbeits-Jobs beschäftigt

von Harald Schumacher

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat den Mitarbeiterzuwachs in der Zeitarbeitsbranche überschätzt und korrigiert die Zahl der Beschäftigten nach unten. Im April dieses Jahres waren demnach nicht 765 000, sondern nur 734 000 Menschen in Leih-Jobs beschäftigt.

Ursache der Korrektur sind neue amtliche Zahlen der Bundesagentur  für Arbeit (BA). Die BA hat vergangene Woche unbemerkt von der Öffentlichkeit die amtlichen Zeitarbeits-Branchenzahlen für das zweite Halbjahr 2009 vorgelegt - und die fielen weit geringer aus als vom IW erwartet.

Da die amtliche BA-Zahl für Dezember 2009 Basis für die IW-Hochrechnungen für 2010 ist, muss das Kölner Institut nun auch die Zahlen für die ersten vier Monate dieses Jahres nach unten anpassen und den "Schätzfehler" (IW) beseitigen.

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Thomas Schleiermacher von der IW-Tochter IW Consult erklärt die Anpassung der Prognosedaten gegenüber wiwo.de mit der schwer kalkulierbaren Wirtschaftskrise und den spät vorliegenden BA-Daten. Fünf bis elf Monate vergehen, bis das IW seine Hochrechnungen für die Zeitarbeitsbranche mit neuen amtlichen BA-Zahlen abgleichen kann.

Die dabei festgestellten Abweichungen überstiegen laut IW "in keinem Monat die 4-Prozent-Marke". Dies sei, so Schleiermacher,  verglichen mit anderen volkswirtschaftlichen Hochrechnungen  "eine ziemlich ordentliche Vorhersage: Da liegen sämtliche BIP-Prognosen, Aktienkursvorhersagen und nicht zuletzt der Wetterbericht deutlich stärker 'daneben'".

Peinliche IW-Panne im März

Dass es sich um normale Prognoseabweichungen und nicht um einen Berechnungsfehler handelt, ist für das Kölner Wirtschaftsforschungsinstut wichtig.

Denn im April musste das IW eine peinliche Panne bei der Erstellung der Zeitarbeits-Statistik zugeben. Für den Zeitraum von Februar 2009 bis Februar 2010 hatten die Forscher das Beschäftigungsplus der Zeitarbeitsbranche mit 23,5 Prozent angegeben und musste es zwei Tage später auf 11 Prozent korrigieren. Ursache damals, so Schleiermacher: "Wir hatten die Zahlen einiger Niederlassungen großer Zeitarbeitsunternehmen  doppelt gezählt und gewertet."

Das IW erhebt die Beschäftigtenprognosen regelmäßig im Auftrag des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA). Sie werden als BZA-Zeitarbeitsindex veröffentlicht und genießen erhebliche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, weil  die Zeitarbeitsbranche als konjunktureller Frühindikator gilt. Deutliche Korrekturen könnten die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage beeinflussen.

Kein Dämpfer für den Aufschwung

Die aktuelle Korrektur hat laut IW aber keine Auswirkungen auf die Beurteilung des derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwungs.

Denn nur die Ausgangsbasis für 2010 wird mitsamt aller Folgezahlen nach unten korrigiert, nicht aber die vom IW aufgrund von Unternehmensauskünften angesetzte prozentuale Steigerung der Beschäftigtenzahlen im deutschen Arbeitnehmerverleih.

Schleiermacher: "Wir passen nur das absolute Niveau an und nicht den Trend. Es geht trotz der Korrektur mit der Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche rapide bergauf."

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