Beschwerden über iPad-Preise: Apple knickt ein

Beschwerden über iPad-Preise: Apple knickt ein

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Apple-Chef Steve Jobs und das neue Apple iPad

von Thomas Stölzel

Satte 514 Euro für die Einsteigerversion, 814 Euro für das Topmodell – so teuer wie in Deutschland wäre Apples neuer Tablett-Rechner iPad nirgendwo gewesen. Rund einen Monat nach der Markteinführung in den USA hatte der kalifornische Computerbauer am Wochenende die internationalen Preise für das Gerät bekannt gegeben, und hierzulande kurzerhand 15 Euro Urheberrechtsabgabe auf die Preise geschlagen.

Nach massiven Protesten von Kunden  lenkte der Konzern ein. Am Montagmorgen versendete das Unternehmen neue Preislisten an seine Händler, denen zufolge der Einstiegspreis wie in anderen europäischen Ländern nun bei 499 Euro liegt. Die Kehrtwende mag allerdingst auch darin begründet sein, dass Apple mittlerweile erkannt hat, dass die Urheberrechtsabgabe nur für Geräte mit einer Speicherkapazität ab 40 Gigabyte gilt.

So verlangt der Konzern nun nur noch bei den Topmodellen mit 64 Gigabyte Speicher die 15 Euro.

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Dieses Geld muss Apple etwa an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte oder die Verwertungsgesellschaft Wort abführen. Die reichen ihre Einnahmen dann an Künstler oder Autoren weiter.

Der Schritt, die Kunden die Gebühr zahlen zu lassen, darf durchaus als politischer Protest Apples verstanden werden. Dass sich Verwertungsgesellschaften und Politiker beeindrucken lassen, ist jedoch unwahrscheinlich. Zumal manch deutscher Händler bereits angedeutet hat, Kunden die 15 Euro zu erlassen, sollte ihr Einkaufspreis bei Apple dies erlauben.

Noch hat Apple den Händlern die Einkaufspreise nicht mitgeteilt, obwohl das Produkt schon am 28. Mai in Deutschland auf den Markt kommen soll.

Eine Umfrage von Deutschlands größten Apple-Händler Gravis unter 40 000 Kunden ergab, dass sich 38 Prozent der Kaufwilligen für das Topmodell mit Mobilfunkchip und 64 Gigabyte Speicher entscheiden werden, bei dem trotz Apples Einlenkens die Urheberrechtsabgabe fällig wird.

Am zweithäufigsten nachgefragt dürfte allerdings das 32-Gibabyte-Modell mit Mobilfunkchip werden, bei dem Apple die 15 Euro nun gestrichen hat. Dies wollen immerhin 20 Prozent kaufen.

Geht die exklusive Verbindung zwischen Apple und Deutscher Telekom zu Ende?

Doch nicht nur aufgrund der Urheberrechtsabgabe wird der deutsche iPad-Käufer tiefer in die Tasche greifen müssen als etwa sein amerikanisches Pendant. Die Griechenlandkrise hatte den Euro in den vergangenen Wochen gegenüber dem Dollar abstürzen lassen.

Da bis zum Wochenende nicht klar gewesen sei, ob sich die EU auf ein ausreichendes Rettungspaket für den angeschlagenen Mitgliedsstaat einigen kann, habe Apple mit einem weiteren Verfall der europäischen Währung kalkuliert, sagt Gravis-Chef Archibald Horlitz. „Wenn der Euro stark gewesen wäre, hätte ich mit einem Preis 469 Euro für das Einsteigermodell gerechnet“, sagt der Händler.

In den USA kostet das iPad zwischen 499 und 829 Dollar, umgerechnet zwischen 392 und 651 Euro.

Allerdings sind die US-Preise ohne Umsatzsteuer. So kommen etwa im kalifornischen San Francisco noch lokale Steuern von 8,5 Prozent auf den Preis. Deutsche, die ein gerät in den USA kaufen, müssen zudem noch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bezahlen.

Interessant ist vor allem, dass es das iPad hierzulande laut Apples eigenem Web-Shop vorerst nicht in Verbindung mit einer Mobilfunkkarte von T-Mobile gibt.

Statt dessen stehen die Konkurrenten O2 und Vodafone zur Auswahl. Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil T-Mobile bisher in Deutschland der exklusive Vertriebspartner für Apples Handy iPhone ist. Bei Vodafone wird es 29,95 Euro Kosten, will der Nutzer einen Monat via Mobilfunknetz unbegrenzt im Web surfen.

Ein auf 200 Megabyte begrenter Tarif kostet, 19,95 Euro. Bei O2 kostet die unbegrenzte Verbindung 25 Euro, ein auf ein Gigabyte pro Monat begrenzter Tarif kostet 15 Euro, und ein auf 200 Megabyte begrenzter zehn Euro. Mindestlaufzeit der Verträge ist ein Monat, sie verlängern sich jedoch automatisch, wenn man sie nicht kündigt.

Allerdings versichert ein T-Mobile-Sprecher, dass sein Unternehmen zu den offiziellen iPad-Partnern gehört. Apple habe der Telekom angekündigt, deren Angebot in wenigen Tagen in den Apple-Store zu stellen. Solange aber können Kunden nur zwischen zwei Anbietern wählen.

Der Top-Tarif bei der Telekom wird 34,95 Euro kosten, dafür wird der Kunde aber auch alle T-Mobile-Hot-Spots nutzen dürfen. Neben einer Vielzahl anderer Tarife gibt es einen Tagestarife, der 2,95 Euro kostet und 500 Megabyte beinhaltet.

Dass es das iPad nicht ausschließlich bei T-Mobile gibt, ist ein erster richtiger Hinweis darauf, dass die exklusiver Verbindung zwischen Apple und Deutscher Telekom zu Ende geht.

Die vierte Generation des iPhones, die wohl im Sommer auf den Markt kommen wird, könnte es somit auch bei O2 und Vodafone geben. Damit dürfte Apple den Verkauf des Handys neu befeuern, weil dann endlich auch Kunden zum iPhone greifen können, die vor einem Wechsel des Mobilfunkanbieters zurückschrecken.

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