Best Innovator: Strategie und Prozesse

Best Innovator: Strategie und Prozesse

von Hans-Jürgen Klesse

Wann ist ein Unternehmen innovativ? Wie die Sieger im Wettbewerb „Best Innovator“ ermittelt wurden.

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Berater Engel

Der von WirtschaftsWoche und der Unternehmensberatung A.T. Kearney vor sieben Jahren gestartete Wettbewerb „Best Innovator“ zeichnet Unternehmen mit einem herausragenden Innovationsmanagement aus. Das ist heute wichtiger denn je: „Der Wettbewerb beweist, dass Innovation ein erfolgskritischer Faktor für jedes Unternehmen ist“, sagt A.T. Kearney-Partner Kai Engel. Die Wirkung lässt sich am Aktienkurs ablesen: „Die Börsenkurse der ehemaligen „Best Innovator“-Gewinner haben sich in den letzten Jahren im Durchschnitt sehr viel besser entwickelt als der Dax.“

Technische Forschung, kombiniert mit genialem Erfindergeist, reichen längst nicht mehr aus. „Es geht vor allem darum, ob eine übergreifende Innovationsstrategie existiert, wie die entsprechenden Prozesse strukturiert und organisiert sind und wie diese Elemente in der Unternehmenskultur verankert sind“, sagt Berater Engel.

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Wie wichtig die Unternehmen das Thema tatsächlich nehmen, ist etwa daran erkennbar, wo es organisatorisch aufgehängt ist: „Wir merken, dass Innovation heute eine höhere Aufmerksamkeit genießt als noch vor einigen Jahren“, sagt Engels Kollege Jochen Graff. „Immer öfter ist Innovation Chefsache und die Vorstände kümmern sich selbst um das Thema.“

Aber auch wie Innovationsprozesse ablaufen, entscheidet über den Erfolg – wer rastet, der rostet. Wie lange dauert es, bevor neue Produkte marktreif sind? Lassen sich daraus größere Produktfamilien entwickeln? Wird nach erfolgreicher Markteinführung systematisch nach Verbesserungs- und Erweiterungsmöglichkeiten gesucht? Ist sichergestellt, dass ständig Neuentwicklungen in der Pipeline sind?

Innovation systematisch organisieren

Bei genauem Hinschauen wird deutlich, dass Unternehmen nur dann überdurchschnittlich erfolgreich sind, wenn sie Innovation systematisch organisieren und daran nicht nur Forschung und Produktion, sondern auch Marketing und Marktforschung beteiligen. „Die Innovationsstrategie sollte systematisch aus der Unternehmensstrategie abgeleitet werden“, sagt Engel.

Inwieweit das auf die Bewerber zutrifft, haben Berater und Jury in einem mehrstufigen Verfahren geprüft. Im ersten Schritt gaben die Unternehmen in einem Fragebogen Auskunft über den Stand ihrer Innovationsaktivitäten. Anschließend wurden die 20 Finalisten vor Ort besucht. Über die Sieger entschied im Oktober eine Jury, sie bestand aus Dagmar Wöhrl, der damaligen Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, A.T. Kearney-Partner Kai Engel sowie WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy. „Best Innovator“ wurden je ein Konzern und ein mittelständisches Unternehmen. Außerdem gibt es vier weitere Sonderpreise für „Nachhaltiges Innovationsmanagement“. Die Sieger werden am 4. Februar im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin geehrt.

An der Ausschreibung beteiligten sich wie im vergangenen Jahr wieder gut 100 Unternehmen. „Auffällig ist, dass darunter immer mehr Dienstleister sind“, sagt Berater Graff. Der „Best Innovator“-Wettbewerb wird in ähnlicher Form auch auf internationaler Ebene durchgeführt. Preise werden in 12 Ländern vergeben – neben Deutschland auch in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kroatien, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Slowenien.

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