Die IG Metall hatte sich gegen eine Angleichung gewehrt und vor Nachteilen für die Belegschaft gewarnt. Wolfgang Müller, Leiter des Siemens-Teams der Gewerkschaft und Mitglied im Aufsichtsrat, sprach nun von deutlichen Verbesserungen für die 12 000 Mitarbeiter der bislang selbstständigen Service-Gesellschaft. Diese erhielten jetzt bei normaler Arbeitsleistung de facto wieder ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Für einen Techniker oder Monteur ergebe sich so eine zusätzliche Entlohnung von 3000 bis 4000 €. Die Tarifvereinbarung tritt zum 1. April in Kraft und gilt bis Ende September 2009. Sie sieht im Detail eine Jahresarbeitszeit von 1575 Stunden zuzüglich weiterer 50 Stunden Qualifizierungsmaßnahmen vor - was nach Worten eines Siemens-Sprechers einer Wochenarbeitszeit von rund 37 Stunden entspricht. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werde in eine leistungs- und ergebnisbezogene Erfolgsbeteiligung umgewandelt. „Die Beteiligten gehen davon aus, dass während der Laufzeit die Beschäftigungszahlen nicht in wesentlichem Umfang reduziert, keine Niederlassungen geschlossen oder verlagert werden“, erklärte Siemens. Der Konzern hatte im Juni angekündigt, sein bislang dezentral geführtes Deutschlandgeschäft unter einem Dach zu bündeln. Vertriebs- und Servicegeschäft sollten zusammengefasst werden, um Synergien im Verkauf zu heben und die Präsenz in den einzelnen Regionen zu verbessern. Ein solches Konzept hat der künftige Konzernchef Klaus Kleinfeld mit Erfolg in den USA umgesetzt. Ziel ist es, etwa einem Krankenhaus nicht nur Medizintechnik zu verkaufen, sondern auch die Telefonanlage oder IT - dies alles über einen zentralen Siemens-Ansprechpartner.
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