BHP Billiton / Rio Tinto: Geplatztes Eisenerz-Duopol freut Stahlkocher kaum

KommentarBHP Billiton / Rio Tinto: Geplatztes Eisenerz-Duopol freut Stahlkocher kaum

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Eisenerz

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das Ende des Rohstoff-Joint-Ventures der globalen Minenriesen BHP Billiton und Rio Tinto ist für die Kartellbehörden ein kleiner Sieg, aber vorerst keine Entlastung für die Kunden und allen voran die Stahlkocher.

Eigentlich war es keine Überraschung mehr, dass die beiden weltgrößten Minenkonzerne BHP Billiton und Rio Tinto ihr Gemeinschaftsunternehmen zum Abbau von Eisenerz in Australien am Wochenende abgesagt haben. Manager der beiden Bergbauriesen hatten den Deal bereits in den vergangenen Wochen abgeschrieben. Als das Bundskartellamt in der vorigen Woche als erste Behörde das Projekt untersagt hat, war spätestens Hängen im Schacht. Denn hätten die deutschen Wettbewerbshüter die Idee nicht begraben, hätten das mit Sicherheit einer von deren Kollegen in China, USA oder auf EU-Ebene getan.

Denn dieses Joint Venture hätte die beiden britisch-australischen Bergwerksbetreiber noch mächtiger gemacht hätte als sie ohnehin schon sind. Zusammen mit ihrem brasilianischen Wettbewerber Vale liefern die beiden bereits rund drei Viertel der weltweit gehandelten Menge an Eisenerz. Mit dem Zusammenschluss wäre de facto ein Duopol entstanden und der Wettbewerb wäre wohl endgültig verschwunden.

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Bereits heute leiden die Stahlkocher weltweit unter der Macht der drei großen Erzrivalen. Weil besonders das ungebremste Wachstum Chinas den Verbrauch nach oben treibt, haben sie in diesem Jahr bereits mehrfach die Preise erhöht. Derzeit kosten Erz und die – für Stahlproduktion ebenso wichtige Kohle im Vergleich zum Vorjahr mehr als das Doppelte. Noch härter trifft die Stahlkocher, dass ihnen die Minenriesen ein neues Preissystem aufgezwungen haben. Statt wie früher die Preise auf ein Jahr im Voraus festzumachen, müssen die Abnehmer wie ThyssenKrupp oder Saarstahl nun vierteljährliche Änderungen hinnehmen.

Preismacht ungebrochen

Aber die können sie in der Regel nicht an ihre Hauptabnehmer aus der Autobranche oder den Herstellern von Elektrogeräten weiter reichen, weil die ihre Preislisten nicht vier Mal im Jahr ändern wollen  oder dürfen.

Eine Entlastung für die Kunden ist das Ende des Verbunds BHP/Rio aber auch nicht. Denn nach wie vor haben die großen drei die Macht ihre Preise durchzusetzen. Denn der Bedarf an Kohle oder der roten Eisenerde bleibt gewaltig. Und obwohl alle Gruben auf Volllast laufen, herrscht ein gewisser Mangel. Dafür sorgt allein China, das mit seinem Wachstum gut die Hälfte der wichtigsten Handelsrohstoffe aufsaugt. Das führt zu eben jener Knappheit, die den Bergbau-Giganten die hohen Preise erlaubt. Darum werden Thyssen & Co auch weiterhin unter hohen Preisen und kurzfristigen Änderungen leiden.

Leichter wird es für sie erst, wenn die chinesische Wirtschaft - und damit auch deren Stahlhunger - weniger schnell wächst. Das aber wäre für den Rest der Wirtschaft kein gutes Zeichen. Denn unseren derzeitigen Aufschwung verdanken wir nicht zuletzt dem Reich der Mitte, dass besonders uns Deutschen die hierzulande produzierten Maschinen, Autos und andere Hightech-Waren förmlich aus den Händen reißt.

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