Bieter springen ab: IKB-Verkauf hängt am seidenen Faden

Bieter springen ab: IKB-Verkauf hängt am seidenen Faden

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Die IKB schreibt tiefrote Zahlen: Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr (per Ende September) des abgelaufenen Geschäftsjahres 2007/08 ein Verlust von knapp einer Milliarde Euro

Das Drama um den Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB nimmt kein Ende: Wegen des schlechten Marktumfelds sind offenbar die WestLB, BayernLB und der US-Investor JC Flowers als Bieter abgesprungen. Trotzdem halten Bundesregierung und KfW am IKB-Verkauf fest.

Bundesregierung und Staatsbank KfW halten trotz des schlechten Marktumfelds am Verkauf der Krisen-Bank IKB fest. „Der Verkaufsprozess geht weiter“, sagte eine KfW-Sprecherin am Donnerstag in Frankfurt. Medienberichten zufolge sind mehrere Interessenten, darunter die WestLB und die BayernLB  abgesprungen. Der US-Investor JC Flowers hatte sich bereits vor ein paar Wochen verabschiedet.

Morgen endet die Frist für konkrete Kaufangebote. Die bayerische Landesbank werde keine Offerte abgeben, schreibt die „Financial Times Deutschland“. Die BayernLB äußerte sich auf Anfrage nicht. Laut Finanzkreisen entschied sich Flowers bereits im März gegen ein Gebot. Auch die Privatbank Sal. Oppenheim, die fünf Prozent an der IKB hält, soll abgewunken haben.

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„Der Prozess ist mausetot“, zitierte die Zeitung Frankfurter Investmentbanker. Das liege vor allem am vom Bund gewünschten Verkaufspreis von bis zu 800 Millionen Euro, der viel zu hoch gegriffen sei. Die letzten Angebote hätten sich auf 300 bis 500 Millionen Euro für die ganze Bank belaufen. Die IKB war heute an der Börse nur noch rund 365 Millionen Euro wert. Vor der Finanzkrise waren es weit über 2 Milliarden Euro. Die KfW hält rund 43 Prozent an der Düsseldorfer IKB.

Wird die IKB verstaatlicht?

Politiker warnten vor einer Verstaatlichung der IKB durch die Hintertür. Denn bei einem Scheitern des Verfahrens würde die IKB zunächst unter dem Dach der KfW bleiben, die ihren derzeit 45-prozentigen IKB-Anteil durch eine Kapitalerhöhung im Sommer auf mehr als 90 Prozent erhöhen dürfte.Nach Abschluss des Bieterverfahrens wird die Regierung gemeinsam mit den beiden Banken die Angebote bewerten und aussieben.

Neun Interessenten aus dem In- und Ausland hatten sich in den vergangenen Wochen die Bücher der IKB angeschaut. Die auf die Mittelstandsförderung spezialisierte Bank hatte sich im großen Stil mit riskanten US-Immobilienkrediten verspekuliert. Bund, KfW und Bankenszene schnürten drei Rettungspakete über rund 8,5 Milliarden Euro. Davon trägt allein die KfW gut sechs Milliarden Euro.

Für den neuen KfW-Chef Ulrich Schröder, der bald die Nachfolge der wegen der IKB-Krise zurückgetretenen Ingrid Matthäus-Maier antritt, wird der Verkauf der Beteiligung zur ersten Nagelprobe.

FDP kritisiert Steinbrücks Erlös-Vorstellungen

Die Gespräche mit den Bietern seien vielversprechend verlaufen, hatte IKB-Chef Günther Bräunig kürzlich gesagt. Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, monierte dagegen, der Verkaufsprozess der IKB entwickele sich zu einem Desaster. „Immer mehr wird klar: es sind vonseiten der Bundesregierung und der KfW fundamentale Fehler im Krisenmanagement gemacht worden“, kritisierte er.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) müsse endlich seine Pläne für die IKB präsentieren. „Das von ihm genannte völlig unrealistische Erlösziel von 800 Millionen Euro für den IKB-Anteil des Bundes darf kein Vorwand für eine Verstaatlichung der IKB durch die Hintertür werden.“ Die IKB hat für Sommer eine Kapitalerhöhung geplant, die vor allem von der KfW getragen wird. Dadurch dürfte sich deren Anteil an der IKB auf mehr als 90 Prozent erhöhen.

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