Bieterwettkampf: Lufthansa bekommt Konkurrenz bei Angebot für Austrian Airlines

Bieterwettkampf: Lufthansa bekommt Konkurrenz bei Angebot für Austrian Airlines

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Maschinen der Austrian Airlines, AUA, vorne, und der Lufthansa stehen auf dem Flughafen Wien-Schwechat.

Der Wettlauf um den Kauf der angeschlagenen österreichischen Fluglinie Austrian Airlines hat begonnen. Nach der Lufthansa hat nun auch Turkish Airlines offiziell Interesse bekundet, den Anteil der österreichischen Staatsholding ÖIAG in Höhe von 42,8 Prozent kaufen zu wollen. In Österreich wird das Vorgehen bei der Privatisierung heftig kritisiert - dem Aktienkurs der Fluglinie tut das Interesse aber gut.

Ein Sprecher von Turkish Airlines sagte heute in Istanbul: „Wir sind interessiert.“ Es liefen bereits Gespräche. Turkish Airlines ist wie Lufthansa und Austrian Airlines (AUA) Mitglied im Luftfahrtbündnis Star Alliance. Die Lufthansa hatte Anfang der Woche ebenfalls bestätigt, dass sie ihr Interesse an einem Einstieg bekundet habe.

Auch Russlands zweitgrößte Fluggesellschaft S7 (Sibir) hatte Interesse an einer Übernahme der AUA gezeigt. Durch solch einen Kauf ließe sich das internationale Geschäft deutlich ausbauen, hatte eine S7-Sprecherin am Montag in Moskau erklärt. Die Fluggesellschaft erwäge, sich am Bieterverfahren zu beteiligen. S7 ist eine private Fluggesellschaft, an der der russische Staat eine Sperrminorität hält.

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Am Sonntag war die Frist abgelaufen, bei der Interessenten sich für den 42,8-Prozent- Anteil der österreichischen Staatsholding ÖIAG an der AUA melden sollten. Nach einem Bericht der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" hat die Lufthansa noch zwei weitere Konkurrenten im Bieterwettkampf: Als mögliche Käufer gelten auch Air France-KLM und Air China.

Sperrminorität für den Wahlkampf?

In österreichischen Medien wird derweil spekuliert, ob auch der saudische Investor Al Jaber erneut um die AUA mitbietet. Al Jaber wollte die AUA bereits vor einigen Monaten übernehmen. Er zog sein Übernahmeangebot nach politischen Ränkespielen in Österreich allerdings zurück. 

Auch bei den aktuellen Privatisierungsplänen für die angeschlagene Airline wollen Österreichs Politiker ein Wörtchen mitreden. Der Grund dafür: In Österrreich herrscht nach dem Platzen der Koalition zwischen Sozialdemokraten und Konservativen gerade Wahlkampf. In knapp vier Wochen wird ein neues Parlament gewählt. Und da "wird die rot-weiß-rote Heckflosse hochgehalten", wie die österreichische Tageszeitung "Kurier" süffisant in einem Kommentar bemerkt. 

Deshalb machen sich österreichische Politiker dafür stark, dass ein österreichischer Kernaktionär eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie an der Fluglinie halten soll. Ohne diesen Hemmschuh wäre die Partnersuche einfacher. Die AUA war unter anderem durch die hohen Ölpreise unter Druck geraten und erwartet im laufenden Jahr einen Millionenverlust. Wegen ihres gut ausgebauten Streckennetzes nach Osteuropa gilt die Fluglinie dennoch als attraktive Braut.

Starker Anstieg der AUA-Aktie

Selbst österreichische Wirtschaftsbosse haben für das Vorgehen bei der AUA-Privatisierung nur Spott übrig. Claus Raidl, Chef des erfolgreichen österreichischen Stahlunternehmens Voestalpine, kritisierte das "Theater um den Verkauf der AUA" mit scharfen Worten. Er  bezeichnete die Vorgehensweise öffentlich als "unfassbar".

Dem Aktienkurs der AUA tutt das zu erwartende Bietergefecht offenbar gut. Mitte Juli verzeichnete die Aktie einen Tiefstand von 2,13 Euro. Anfang August lag der Kurs knapp über 4 Euro, heute Mittag notierte die Aktie bei 5,4 Euro.  

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