Bilanz der Aschewolke: Wie kulant sind die Reiseveranstalter?

Bilanz der Aschewolke: Wie kulant sind die Reiseveranstalter?

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Reisende drängen sich am Flughafen von Frankfurt am Main

Mit Sonderflügen und Zusatzbussen haben deutsche Reiseveranstalter ihre Gäste zurück in die Heimat geholt - es schlug die "Stunde der Pauschalreise" , so der Deutsche Reiseverband DRV. Dennoch bleiben einge Gäste auf ihren Kosten sitzen, da Unternehmen unterschiedlich kulant reagierten. Eine Übersicht.

Bei Naturkatastrophen und ähnlichen unvorhersehbaren Ereignissen sorgt das Gesetz für Klarheit: Reiseveranstalter können den Vertrag mit ihren Urlaubsgästen kündigen. Die Kosten für zusätzlich anfallende Übernachtungen und Verpflegung trägt der Kunde. Einen Anspruch auf Übernahme der Kosten durch den Reiseveranstalter hat der Gast nicht. Nur bei der Rückbeförderung teilen sich Kunden und Reiseveranstalter die Mehrkosten jeweils zur Hälfte, wenn etwa der Rückflug teurer ist als der in der Pauschalreise kalkulierte Preis.  Die Kulanzregelungen sind jedoch von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich. Wie die größten Unternehmen in Deutschland reagiert haben:

TUI Deutschland: Der größte Reiseveranstalter zeigte sich als erstes Unternehmen kulant und setzte die Branche so unter Zugzwang. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen kündigte der Konzern aus Hannover die Reiseverträge nicht. Der Veranstalter verpflichtete sich dadurch, die Zusatzkosten für Hotelübernachtungen und Verpflegung in den Zielgebieten zu übernehmen. Außerdem übernahm TUI Mehrkosten für die Rückreise. Insgesamt musste TUI so für rund 30.000 Gäste für zusätzliche Kosten aufkommen. Für alle TUI-Landesgesellschaften in Europa errechnete der Konzern so Zusatzkosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro täglich. Die Kulanz hatte aber auch bei TUI Grenzen. Um wenigstens einen Teil der Millionenaufwände wieder zurück zu holen, bat TUI seine Kunden für alle Zusatznächte ab Montag, den 19. April, um einen freiwilligen Kostenbeitrag: 20 Euro für eine Übernachtung in einem Drei-Sterne-Hotel, 30 Euro für eine höhere Kategorie. Das Kundenanschreiben händigten die Reiseleitungen den Gästen noch im Zielgebiet aus. "Die spontane Zahlungsbereitschaft lag dabei weit über unseren eigenen Erwartungen", sagte Ulrich Heuer, Leiter des Krisenstabs. Ob sich die Kunden nach Rückkehr in Deutschland dann aber noch an ihr versprechen erinnern werden und bereitwillig zahlen, bleibt abzuwarten. Rewe Touristik Group: Der Reiseveranstalter mit seinen Marken ITS, Tjaereborg, Jahn Reisen, Meier's Weltreisen und Dertour hat die Kosten für Übernachtungen bis einschließlich Sonntag übernommen - in der Regel also die ersten beiden Nächte. Auch eventuell anfallende Mehrkosten für Rückflüge hat Rewe getragen. Insgesamt betroffen waren rund 15.000 Gäste. Dem Unternehmen kostete die Aschewolke einen zweistelligen Millionenbetrag. 

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Kulanz hat Grenzen

Thomas Cook: Auch Thomas Cook zeigte sich kulant. Der Veranstalter aus Oberursel kündigte zunächst die Reiseverträge, übernahm aber die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Bis Donnerstag transportierte Thomas Cook rund 10.000 Gäste zurück in die Heimat - teilweise über Sondermaschinen der Tochter Condor. Die Bilanz: Pro Tag hat die Aschewolke den gesamten Konzern, also alle Landesgesellschaften zusammen, mit rund acht Millionen Euro belastet. Thomas Cook hat sich unter allen großen Reiseveranstaltern bislang als großzügigster Veranstalter gezeigt. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob der Konzern seine Kunden nicht doch noch um einen Beitrag anbettelt. Das Unternehmen behält sich vor, die Mehrkosten für die Rückflüge gegebenenfalls noch im Rahmen der 50:50-Regelung mit den Kunden zu teilen. "Wir warten noch auf die endgültige Abrechnung", so ein Sprecher.

Alltours: Das Duisburger Unternehmen beschränkte die Übernahme der Hotelkosten auf die erste Übernachtung. Ab der zweiten Nacht mussten die Kunden für ihre Unterkunft selber aufkommen. Alltours vereinbarte aber mit den Hotels, dafür von den gestrandeten Reisegästen nicht mehr Geld zu verlangen als eine Verlängerungsnacht laut Katalog kosten würde. Den Rückflug bezahlte Alltours komplett. In Einzelfällen übernahm das Unternehmen auch das Ticket für den Zug.

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