Bilanz: Hohe Abschreibungen drohen

Bilanz: Hohe Abschreibungen drohen

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Von wegen innovativ

Bilanz-Bluffs bei europäischen Unternehmen - wenn die Börsenwerte der Unternehmen und der Buchwert des Eigenkapitals extrem auseinander klaffen.

Europäischen Unternehmen drohen im kommenden Jahr hohe Wertberichtigungen in ihren Bilanzen. Laut einer Studie der Investmentbank Houlihan Lokey haben die im Stoxx Europe 600 gelisteten Gesellschaften deutlich weniger Abschreibungen vorgenommen, als es nach der Finanzkrise zu erwarten gewesen wäre. Im Jahr 2010 erreichten die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte („Goodwill“) das niedrigste Niveau der letzten fünf Jahre. Es ist daher zu erwarten, dass es in den kommenden Monaten zu zahlreichen nachgeholten Wertberichtigungen kommt. Marc Hayn, Mitautor der Studie und Managing Director bei Houlihan Lokey in Frankfurt, rechnet ab 2012 mit den ersten Schritten in die Richtung.

Studie

Gleiches hat die WirtschaftsWoche gerade erst am Beispiel deutscher Unternehmen analysiert.

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Laut den Autoren der Studie drohen die größten Belastungen bei Banken, Versicherungen, anderen Finanzunternehmen und Automobilherstellern. Ebenfalls gefährdet seien das Reisegeschäft sowie Immobilien- und Vermietungsgesellschaften.

Weniger wert

Ausschlaggebend sei, dass der Börsenwert der Unternehmen und der Buchwert des Eigenkapitals teilweise extrem auseinander klafften. Ende Dezember 2010 seien 13 Prozent der 600 untersuchten Unternehmen an der Börse deutlich weniger wert gewesen, als ihrem Eigenkapital entsprochen hätte. Scheinbar haben es viele Vorstände versäumt, in den Krisenjahren 2008 und 2009 ihre Bilanzen zu bereinigen.

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