Bilanzzahlen: Deutsche Bahn zeigt im Wettbewerb Schwächen

KommentarBilanzzahlen: Deutsche Bahn zeigt im Wettbewerb Schwächen

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn kam 2009 mit einem blauen Auge davon. Dennoch entlarven die Zahlen, die Bahnchef Rüdiger Grube heute auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt präsentierte, ein großes Problem: Wo Wettbewerb herrscht, schneidet die Bahn schlecht ab.

Dass die Deutsche Bahn für das Jahr 2009 einen gewaltigen Rückgang ihres Logistikumsatzes ausweist, ist wenig überraschend. Schließlich hat die Wirtschaftskrise allen Logistikkonzernen weltweit ein dickes Minus beschert. DB Schenker verlor im vergangenen Jahr insgesamt 4,3 Milliarden Euro Umsatz - ein Minus von 22 Prozent.

Doch bei näherer Betrachtung erweist sich der Rückgang nicht nur absolut als Verlust, sondern auch relativ. So sank das Transportvolumen auf der Schiene um 21 Prozent, die Wettbewerber verloren 17 Prozent. 2008 lagen die Wettbewerber noch gleich auf. Grund für den relativ starken Einbruch: Die Deutsche Bahn transportiert vor allem für die Stahl-, Automobil- und Chemieindustrie und diesen Branchen ging es besonders schlecht. Der Marktanteil auf der Schiene sank dadurch aber um vier Prozentpunkte auf 75 Prozent.

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Unterdurchschnittliche Entwicklung bei Wettbewerb

Die relative Wettbewerbsschwäche zeigt sich auch in den anderen logistischen Sparten. In der Luftfracht war das Minus bei der transportierten Menge mit 16 Prozent rund vier Prozentpunkte schlechter als der Markt. Im europäischen Landverkehr, wo DB Schenker Marktführer ist, schnitt das Unternehmen zwar mit 20 Prozent weniger Transportvolumen genauso schlecht ab wie die Konkurrenz. Doch 2008 konnte DB Schenker hier deutlich mehr zulegen als die Branche. Allein die Seeefracht konnte Marktanteile erobern. Das Minus lag bei zwei Prozent, die Wettbewerber kamen auf neun Prozent weniger Transportmenge.

Die Verluste der Marktanteile trüben die Gewinnzahlen des Unternehmens ein. So konnte die Bahn unterm Strich noch einen Konzerngewinn vor Steuern von 1,4 Milliarden Euro einfahren. Das ist zwar ein Minus von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch respektabel. Das operative Ergebnis sank um 32 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ­– ein Minus von 32 Prozent.

Grube kann damit nur bedingt zufrieden sein. Denn dort, wo die Deutsche Bahn dem harten Wettbewerbswind ausgesetzt ist, ist die Entwicklung unterdurchschnittlich. Der Konzern sichert sich seine Gewinne weiterhin dort, wo er bislang wenig Konkurrenz zu spüren bekommt.

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