Bilfinger Berger : Roland Koch - König der internationalen Baustellen

Bilfinger Berger : Roland Koch - König der internationalen Baustellen

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Roland Koch

von Harald Schumacher

Nach vier Monaten Einarbeitung übernimmt Ex-Ministerpräsident Roland Koch nun die Führung des Mannheimer MDax-Konzerns – mit brisanten Baustellen in Köln und Nigeria. Nun muss Koch Kurs halten und den Aktienkurs pushen.

In der Zentrale von Bilfinger Berger in Mannheim wird derzeit eifrig getuschelt. Der künftige Chef, der seit März als Vorstandsmitglied an Bord ist, habe in den vergangenen Monaten mehrfach in der frisch renovierten Kantine in der 11. Etage zu Mittag gegessen. Das sei gedacht als "positives Signal der Nähe zur Belegschaft", sagen die einen. Die anderen erinnern sich, dass sich auch der scheidende Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner zu Beginn seiner Amtszeit 1999 volksnah an der Speisenausgabe eingereiht habe, dort aber seit Jahren nicht mehr gesehen worden sei.

Experiment mit 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt

Der designierte Neue an der Spitze des Bau- und Dienstleistungskonzerns steht unter scharfer Beobachtung: im Hauptquartier am Carl-Reiß-Platz in Mannheim, im weltweiten Konzernimperium mit 58.000 Mitarbeitern, in den Top-Etagen der deutschen Wirtschaft und in den Machtzentralen der Politik. Denn der Mann hat zwar noch nie ein Unternehmen geführt, war aber eines der politischen Alpha-Tiere der Republik: Roland Koch, 53, bis vor einem Jahr Ministerpräsident in Hessen, stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender und Konkurrent von Kanzlerin Merkel.

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Am 1. Juli übernimmt Koch bei Bilfinger Berger das Ruder – ein Job mit 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt und ein ziemlich einmaliges Experiment in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Nach elf Jahren als Landesvater regiert der Politgewaltige nun ein börsennotiertes, vom Vorgänger gut positioniertes Unternehmen, in dem er unter Aufsicht der Anleger eine Milliarde Euro messbar profitabel investieren muss und in dem zugleich Gefahren schlummern.

Späth stürzte um, Koch verwaltet

Ein wirklich vergleichbares Karrierevorbild mit Quereinstieg von der obersten Politikebene zum Chefsessel eines Großkonzerns gibt es hierzulande nicht. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Außenminister Joschka Fischer agieren bei internationalen Pipeline-Projekten und in der Energiewirtschaft eher als namhafte Berater und Strippenzieher.

Operative Verantwortung auf Top-Ebene hatte zwar auch der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) beim ostdeutschen Unternehmen Jenoptik übernommen. Doch war Späth 1991 bei einem Firmenkonstrukt eingestiegen, das aus den Resten des früheren volkseigenen Betriebs VEB Carl Zeiss entstanden war. Späth fungierte mehr als Abwickler und Umbaumeister, der ein Konglomerat quasi neu erfinden und mit kräftiger staatlicher Unterstützung auf einen Bruchteil verkleinern musste. Als er Jenoptik 1998 an die Börse brachte, war die Belegschaft von 30.000 auf 2.000 Mitarbeiter geschrumpft.

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