Billigflieger: Air Berlin: Wachstum mit Nachholbedarf

Billigflieger: Air Berlin: Wachstum mit Nachholbedarf

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Triebwerk einer Maschine der Fluggesellschaft Air Berlin

Die Fluglinie Air Berlin will in diesem Jahr stärker als der Gesamtmarkt wachsen. Wegen der bescheidenen Lage der Branche dürfte diese Rechnung aufgehen. Doch mittelfristig muss der Billigflieger noch einige Probleme lösen.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold kann das Wachsen nicht lassen: Seine Fluggesellschaft will der Konkurrenz auch 2010 Marktanteile abjagen. Deutschlands zweitgrößte Fluglinie will stärker zulegen als der Gesamtmarkt. Das ist ambitioniert: Denn der weltweite Luftfahrtverband IATA erwartet für dieses Jahr ein Passagierplus von 4,5 Prozent.

Die Umsätze steigern will Air Berlin auch durch die Integration der Städteverbindungen von TUIfly. Der Billigflieger hatte vor einem Jahr eine strategische Verienbarung mit der Tochter des Touristikkonzerns TUI getroffen, die die Übernahme der Städteverbindungen von TUIfly vorsah. Mit diesen zusätzlichen Flügen will Air Berlin in diesem Jahr erstmals die Marke von 30 Millionen Passagieren überspringen. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hat die Fluglinie 27,9 Millionen Passagiere befördert, im Jahr 2008 waren es allerdings 28,6 Millionen zahlende Gäste gewesen.

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Das Minus von 2009 im Vergleich zum Vorjahr erklärt Air Berlin mit der Wirtschaftskrise. Genau diese Krise soll dem Billiglieger jetzt das angestrebte Plus bescheren: Denn laut dem Geschäftsbericht erhält die Airline starken Zulauf von Geschäftsreisenden, die im Zuge der Krise sparen müssen. Zudem hat Air Berlin durch einen harten Sparkurs den Nettoverlust auf 9,5 Millionen Euro gesenkt – im Jahr zuvor hatte Air Berlin noch rote Zahlen in Höhe von 83,5 Millionen Euro geschrieben.

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Air Berlins Aussichten werden auch von einer Studie der Deutschen Flugsicherung gestützt. Sie bescheinigte den Billigfliegern im vergangenen Jahr einen wachsenden Markt: 2009 ist der Marktanteil der Billigflieger in Deutschland erstmals über 25 Prozent gestiegen. Die Low-Cost-Carrier haben von den Problemen der etablierten Fluglinien profitiert, die bei den Flugbewegungen einen Verlust von 8,8 Prozent hinehmen mussten. Billigflieger hingegen büßten nur 1,7 Prozent ihres Verkehrsaufkommens ein. Dazu passt auch, dass auf Billigflieger spezialisierte Flughäfen wie Frankfurt Hahn erstmals Gewinne schreiben, wie wiwo.de berichtete.

2010 dürfte demnach zum Jahr der Billigflieger werden – und die etablierten Fluglinien werden zunehmend nervös. Europas zweitgrößte Fluglinie Air France bastelt gerade an einer neuen Strategie gegen Billigflieger, wie Vorstandschef Pierre-Henri Gourgeon gegenüber der WirtschaftsWoche sagte. Die Franzosen wollen den Service auf das beschränken, was der Kunde will. Dazu wollen sie auch bestimmte Leistungen wie den Check-In am Flugschalter nur mehr in geringerem Umfang anbieten.

Aber auch bei den Billigfliegern tut sich einiges. Sie holen neue Manager an Bord, die nicht unbedingt aus der Branche kommen. Erst gestern wurde etwa bekannt, dass der Billigflieger Easyjet künftig von einer Frau geleitet wird: Carolyn McCall. Im Fluggeschäft hat sie bislang keine Erfahrung: McCall war 24 Jahre lang im Medienbereich und leitete zuletzt die Guardian-Gruppe. Bei Easyjets Erzkonkurrenten Ryanair lässt dessen Chef Michael O’Leary allmählich Amtsmüdigkeit erkennen: In einem Interview mit dem Handelsblatt erklärte er, in zwei bis drei Jahren seinen Posten aufgeben zu wollen. Dann habe Ryanair die Phase des stürmischen Wachstums hinter sich und benötige einen Chef mit anderen Qualitäten.

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