Billigflieger: Alles kostet extra beim Billigflieger

Billigflieger: Alles kostet extra beim Billigflieger

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Gepäck am Flughafen

Die Billigfluggesellschaften kassieren statt höherer Ticketpreise immer mehr versteckte Gebühren – allen voran Marktführer Ryanair.

Mit Schnäppchenpreisen fängt alles an. Die aktuelle Werbebotschaft auf den Internet-Seiten von Ryanair lautet: „1 Million Sitze ab 10 Euro“. Selbst Flüge für null Cent gibt es, beispielsweise von London nach Berlin im Mai. Solche Angebote klingen unschlagbar – sind es aber nicht.

Frühzeitiges Buchen lässt den vermeintlich großen Preisunterschied zwischen Billigfliegern und Traditionslinien dahinschmelzen. Hinzu kommen Fahrtkosten zu und von entlegenen Flughäfen, die gerade die sogenannten Low-Cost-Carrier bevorzugen. Ryanair etwa wirbt mit Abflugorten wie Hamburg oder Frankfurt, in Wirklichkeit heben die Maschinen aber in Hahn im Hunsrück oder in Lübeck ab.

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Richtig ins Geld gehen die zahlreichen Zusatzkosten, wie etwa Ryanair zeigt. Der irische Billigflieger hat eine kaum überschaubare Latte an Klauseln in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und im Online-Buchungswirrwarr versteckt, die allesamt Geld kosten:

Abfertigungsgebühr:  Im „Table of Fees“, also der Gebührentabelle, erfährt der Kunde bei der Online-Buchung: „Gebühr für die Abfertigung am Flughafen: Pro Fluggast und einfachen Flug: 4 Euro“. Bei einer vierköpfigen Familie macht das für Hin- und Rückflug zusammen 32 Euro zusätzlich. Einzige Ausnahme: Fluggäste ohne Gepäck, die vorher online einchecken, zahlen nichts.

Gepäck: Bereits bei der Buchung muss der Kunde angeben, wie viele Gepäckstücke er aufgeben möchte: null, ein, zwei oder drei. Der Grund: Ryanair erhebt eine Gebühr in Höhe von 18 Euro pro Gepäckstück. Je höher die Anzahl der Koffer, desto teurer wird der Flug. Wer die maximale Anzahl von drei Gepäckstücken ausschöpft, ist mit zusätzlichen 54 Euro pro Flug dabei. Kleiner Anreiz: Wer die Anzahl der Koffer gleich beim Buchungsvorgang definitiv angibt, spart beim ersten Koffer neun Euro. Nur wer ganz ohne Gepäck reist, zahlt keinen Euro extra.

Übergewicht: Unauffällig hat Ryanair in den vergangenen Jahren in den AGB das zumeist übliche Gesamthöchstgewicht beim Gepäck von 20 Kilogramm auf „maximal 15 kg“ reduziert. Wer drüber liegt, zahlt zehn Euro pro Kilogramm. Eine Gruppe oder Familie spart nicht, indem sie das Gewicht ihrer Koffer addiert und durch die Zahl der Personen teilt. In den AGB heißt es dazu: „Es ist nicht möglich, dass Passagiere, die gemeinsam gebucht haben, ihre Freigepäckgrenzen zusammenlegen.“

Kleinkinder:  Eine familienfreundliche Fluggesellschaft sieht anders aus. Zwar kosten Babys auf elterlichem Schoß nur 15 Euro zusätzlich, und ein zusammenklappbarer Kinderwagen ist im Preis enthalten. Doch die Mitnahme eines Autokindersitzes oder Reisebettes lässt sich Ryanair mit neun Euro bezahlen. Zudem haben Kleinkinder „keine Freigepäckgrenze“, müssen also für jedes Kilo Koffer bezahlen, wenn Mutter oder Vater bei 15 Kilogramm angekommen sind.

Extra-Gebühren: Wer die Preisdetails anklickt, muss gut Englisch können. Was verbirgt sich wohl hinter der „Insurance Levy“ und der „Wheelchair Levy“? Antwort: „Levy“ ist eine Gebühr. Die „Insurance Levy“ (5,29 Euro pro Flug und Passagier) versichert die Flugzeuge von Ryanair seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center 2001 in New York. Und die „Wheelchair Levy“ (50 Cent) ist eine Gebühr für den Transport behinderter Passagiere. Weil ein Gericht Ryanair untersagte, die Kosten etwa für Rollstuhltransporte nur den betroffenen Passagieren aufzubürden, legt die Fluggesellschaft den Aufwand auf alle Fluggäste um.

Schnelles Einsteigen: Der Fluggast kann wählen, als einer der Ersten den Flieger besteigen zu dürfen und damit quasi freie Sitzplatzwahl zu erhalten. Doch die „bevorzugte Behandlung beim Einstieg“ kostet vier Euro. Und sie ist bei der Online-Buchung voreingestellt, das heißt, der Nutzer muss die Option ausdrücklich wegklicken, wenn er darauf verzichtet. Familien mit Kindern durften früher automatisch als Erste einsteigen, heute müssen sie, wenn sie dies wollen, dafür bezahlen.

Kreditkarten: Selbst beim Bezahlen, bittet Ryanair den Fluggast noch einmal extra zur Kasse. „Um die erheblichen Verwaltungskosten zu decken“, die beim Verarbeiten von Zahlungen per Kredit- und Zahlungskarte anfielen, „erheben wir eine Bearbeitungsgebühr“, heißt es offiziell. Die liegt bei vier Euro und wird „für jeden Fluggast pro Flugabschnitt“ fällig. Ausgenommen von der Gebühr sind nur Kleinkinder.

Die Fluggesellschaft Ryanair steht zu den versteckten Preisbestandteilen und erklärt: „Selbst unter Berücksichtigung dieser geringen Gebühren stellen unsere Flugpreise immer noch die günstigste Alternative dar.“

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