Billigflieger: Die goldenen Zeiten sind vorbei

Billigflieger: Die goldenen Zeiten sind vorbei

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Ein AirBerlin Flieger

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Fluglinienbranche feiert dieses Wochenende in Singapur ihr größtes Fest. Doch die Branche steckt in ihrem größten Wandel. Weil die Kosten der Airlines steigen, müssen sie die Preise erhöhen. Für Passagiere enden die goldenen Zeiten mit viel Auswahl und billigen Tarifen.

Für den Chef einer Fluglinie gibt es am ersten Wochenende im Juni nur einen wichtigen Termin: das Jahrestreffen des Weltluftfahrtverbandes Iata. Das liegt nicht nur daran, dass die Dachorganisation immer besonders schöne Orte aussucht - wie in diesem Jahr Singapur, wenn sie ihre 230 Mitglieds-Airlines und die Gäste wie die Flugzeughersteller Airbus und Boeing oder Leasingfirmen einlädt. Die Tagung ist pures Seelenbalsam.

Politiker beschwören, wie wichtig ihnen die Branche ist, die sich von ihnen im Rest des Jahres eher als Melkkuh denn als wertvolle Wirtschaftskraft behandelt fühlt. Es folgt gemeinsames Klagen, wie ungerecht es doch ist, dass am Fluggeschäft die Airports, Hersteller oder Flugzeugverleiher so viel mehr Geld verdienen als die Airlines. Und an den beiden Abenden folgen dann große Feiern, gesponsort von den großen Herstellern am ersten Abend Airbus, am zweiten Boeing und im nächsten Jahr andersrum. So läuft es auch dieser Tage auf der kleinen Halbinsel Marina Bay in einem Unterhaltungskomplex der Sands-Gruppe aus Las Vegas.

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Höhere Mindestpreise

Doch diesmal ist der Ausblick der Feiernden auf die südostasiatische Löwenstadt deutlich besser als die Aussichten der Branche. Den sie steht vor einer grundlegenden Änderungen, der wahrscheinlich größten seit vor 85 Jahren in England die Aircraft Transport and Travel Limited die ersten Passagierflüge aufnahm. „Wir werden erwachsener“, sagt Tony Tyler.

Das wird nicht nur für die Unternehmen unangenehm, sondern ebenso für die Kunden. Denn für die Passagiere endet eine Art goldenes Zeitalter bei dem Fliegen von Jahr zu Jahr im Schnitt immer billiger wurde. Jetzt sind die goldenen Zeiten mit massenhaft günstigen Tickets vorbei. „Die Preise müssen nicht nur steigen, wie wir das seit Jahren gerne hätten, jetzt tun sie es auch“, sagt Tony Tyler, bis vor kurzem Chef von Cathay Pacific aus Hongkong und ab Montag neuer Chef der Iata.

Begonnen hat das bereits im vorigen Jahr. Zuerst haben Billigflieger wie Air Berlin und Germanwings ihre Mindestpreise von ehemals 29 beziehungsweise 19 Euro bis auf ganz wenige Ausnahmen gestrichen. Nun beginnt die Staffel bei gut 40 Euro. Dazu kamen jede Menge indirekte Erhöhungen, vor allem weil die Airlines für ehemals kostenlose Dinge wie das Aufgeben des Koffers Geld verlangten und dann am Ende noch einen Kerosinzuschlag drauf packten.

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