Billigflieger: Mit welchen Tricks die Billigflieger abkassieren

Billigflieger: Mit welchen Tricks die Billigflieger abkassieren

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Die Fluggesellschaft Ryanair kontrolliert extrem streng, dass die Kunden nur noch ein Stück Handgepäck mit an Bord nehmen

Billig-Fluglinien stellen sich oft als besonders kundenfreundlich dar. Doch bei bei den Preisen herrscht beinharter Wettbewerb. Mit welchen Tricks die Billigflieger abkassieren und wie die EU-Wettbewerbshüter dagegen vorgehen.

Wenn es darum geht, sich als kundenfreundlich und günstig darzustellen, liefern sich alle Fluglinien einen erbitterten Kampf. Und nicht immer arbeiten sie mit lauteren Mitteln. Wichtigster Streitpunkt sind derzeit vor allem die Kerosinzuschläge. Die erheben etablierte Linien und die meisten Billigflieger eben nicht.

Doch so laut das die Discounter das auch herausschreien mögen: auch sie holen sich beim Kunden zurück, was sie derzeit mehr ausgeben. Viele Billigflieger haben sich beim Allzeithoch des Spritpreises im Sommer für mehrere Monate im Voraus eingedeckt, weil sie mit weiteren Verteuerungen gerechnet haben.

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Und deshalb tricksen die Fluglinien bei den Ticketpreisen. Das beginnt damit, dass die Linien ihre Sonderangebote kappen und mehr teure Tickets anbieten, die dann oft nicht mehr viel billiger sind als die der alten Marktführer. Das gilt besonders, wenn man die meist recht teure Anreise zu den abseitsgelegenen Flughäfen der Billigheimer dazu rechnet.

Richtig virtuos sind die Billiglinien dabei, für Dinge zu kassieren, die früher mal gratis waren. Das betrifft nicht nur Essen und Trinken oder Dinge, bei denen ihnen spürbare Mehrkosten entstehen, weil die Fluglinien dafür Leute beschäftigen müssen - etwa für das Check-in am Schalter oder der Gepäckaufgabe. Auch das Bezahlen mit Kreditkarte kostet mittlerweile extra.

Dazu kontrolliert besonders Ryanair extrem streng, dass die Kunden nur noch ein Stück Handgepäck mit an Bord nehmen. Während das Personal früher ein Auge zudrückte, wenn Passagiere neben dem Rollkoffer noch eine Tüte aus dem Duty-Free-Laden dabei hatten, müssen sich die Reisenden nun entscheiden, ob sie ihre gerade gekauften Parfüms und Cognacs oder aber ihren Rolli mit an Bord nehmen wollen. Das andere Gepäckstück müssen sie aufgeben – und dafür bis zu 170 Euro zahlen.

EU sagt Billigfliegern den Kampf an

Unterdessen sorgt Ryanair auch auf einer anderen Baustelle für Verärgerung. „Gebühren unter den tatsächlichen Kosten und sogenannte Marketingzuschüsse für neue Verbindungen“, so beschreibt Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften, die Anforderungen des Billigfliegers Ryanair an seine Flughäfen. Das ist inzwischen nicht nur den etablierten Fluglinien sowie ihren Airports ein Dorn im Auge. Auf Druck von Lufthansa und anderen Linien kümmern sich inzwischen auch die europäischen Wettbewerbshüter um die Konditionen und sehen in den günstigen Konditionen unerlaubte Subventionen zulasten von Konkurrenten an anderen Flughäfen.

2005 hat die EU-Kommission festgelegt, dass alle Hilfen nach drei Jahren enden müssen. Weil sich nur wenige Flughäfen daran halten, hat sie gegen 100 europäische Billigpisten ermittelt. In bislang 20 fällen hat sie ein förmliches Verfahren eingeleitet, darunter die Ryanair-Flugplätze Lübeck, Berlin-Schönefeld und Hahn. Wie so ein vornehm als Schreiben titulierter Brandbrief aussieht, lesen sie hier.

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