Billigflieger: Ryanair: Familie mit Billigtickets zahlt 660 Euro extra

Billigflieger: Ryanair: Familie mit Billigtickets zahlt 660 Euro extra

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Fluggäste steigen in ein Flugzeug der Billigfluglinie Ryanair

Billigfliegen ist inzwischen oft deutlich teurer, als der Flug mit einem der großen Anbieter. Wenn eine Familie mit zwei Kindern und Gepäck in den Urlaub fliegt, dann addieren sich nach einer Berechung der WirtschaftsWoche die Nebenkosten rasch auf mehrere Hundert Euro.

Der Grund ist eine Änderung in der Geschäftspolitik der Billigflieger. „Statt die Preise deutlich zu erhöhen, lassen sich gerade Billigflieger lieber immer mehr Zusatzleistungen, die früher im Ticketpreis enthalten waren, extra bezahlen“, sagt Jürgen Ringbeck, Flugexperte der internationalen Unternehmensberatung  Booz Allen Hamilton der WirtschaftsWoche. War es anfangs nur der Kaffee an Bord, so ist es nun auch der Check-in am Flughafen, die Gepäckaufgabe oder die Platzkarte.

Telefonische Beratung ist pro Minute inzwischen sogar so teuer wie Telefonsex. Am Beispiel einer Urlaubsreise mit dem angeblichen Preisbrecher Ryanair zeigt die WirtschaftsWoche, dass selbst Reisen mit Gratistickets am Ende über dem Preis eines vergleichbaren Lufthansa-Fluges liegen können. So berechnete die WirtschaftsWoche die Flugreise einer vierköpfigen Familie mit jeweils 20 Kilo Gepäck und zwei Kindersitzen mit Ryanair. Aufgrund der hohen Gebühren für jede Dienstleistung wie Abfertigung, Gepäck, Sitzplatzreservierung, Bezahlung mit Kreditkarte, schnelleres Einsteigen und Flughafengebühren, muss die Musterfamilie für einen beliebigen Flug aus Deutschland und zurück 660 Euro an Zusatzkosten bezahlen. Bei der Lufthansa hätte der Flug rund 440 Euro gekostet bei besserem Service und zentral gelegenen Flughäfen.

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Laut einer gemeinsamen Exklusiv-Studie der internationalen Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton und der WirtschaftsWoche liegen diese „Nebenumsätze“ genannten Einnahmen der Billigflieger heute durchschnittlich bei bis zu gut acht Euro pro Passagier. Alle Billigflieger wollen diese Einnahmen in den nächsten fünf Jahren zumindest verdoppeln. Ryanair will mit den Nebengeschäften pro Passagier im Schnitt sogar gut 20 Euro umsetzen – ungefähr halb so viel wie heute mit den Tickets. In kleinen Schritten wollen die Linien die vorhandenen Belastungen für Gepäck, Check-in oder den Kerosinzuschlag anheben und für weitere heute noch kostenlose Leistungen Geld verlangen wie die Beförderung des Kinderwagens und die beschleunigte Gepäckrückgabe.

Aber auch die Ticketpreise der meisten Discountairlines ziehen an. Laut der Studie verlangt etwa Marktführer Ryanair im Schnitt pro Flug rund zehn Prozent mehr als im Jahr 2004. Das liegt an den steigenden Ausgaben der Linien unter anderem für das Flugbenzin. „Und das müssen gerade die Billigflieger in Form höherer Preise an die Kunden weitergeben“, sagt Ringbeck. Der Transfer gelingt ihnen aber nicht vollständig, sodass die Gewinne der meisten Anbieter sinken – und sich die gesamte europäische Billigflugbranche in einer letzten Welle neu ordnen muss, lautet das Fazit einer Exklusivstudie, in der die Booz Allen Hamilton und WirtschaftsWoche die großen europäischen Luftfahrtdiscounter Ryanair, Easyjet und Air Berlin untersucht haben.

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