Billigflieger: Ryanair will in der Krise weiter expandieren

Billigflieger: Ryanair will in der Krise weiter expandieren

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Ready for Take-Off: Der irische Billigflieger Ryanair will ins Langstreckengeschäft einsteigen

Eine Krise hat immer Gewinner und Verlierer. Das weiß auch Ryanair-Chef Michael O’Leary und tut alles, um aus der Krise gestärkt hervorzugehen. Unter anderem will er ins Langstreckengeschäft einsteigen - wenn man ihn denn lässt.

Das neue Jahr begann schlecht für die Luftfahrtbranche. Lufthansa meldete im Januar einen Rückgang im Passagierverkehr um 4,3 Prozent, im Frachtverkehr sogar um über 20 Prozent.  Auch Air France-KLM verbuchte einen zweistelligen Rückgang im Cargogeschäft. Die Folge: Strecken werden vorübergehend eingestellt, Frachtmaschinen bleiben am Boden.

Anders sieht es dagegen bei den Billigairlines aus. Sowohl Easyjet als auch Ryanair erwarten für das Geschäftsjahr 2008/2009 trotz der zeitweise hohen Kerosinpreise noch einen Gewinn. Beide Airlines konnten ihre Passagierzahlen im Quartal zum 31. Dezember gegenüber dem Vorquartal steigern.

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Doch während Easyjet trotz positivem Ergebnis seine Expansionspläne langsam angeht, drückt Ryanair-Chef Michael O’Leary aufs Gas. Mit mehreren Hundert neuer Maschinen will O’Leary seine Flotte aufstocken und hat Bestellungen in den nächsten zwei Jahren angekündigt. Der Haken dabei: O’Leary will nicht nur günstige Flüge anbieten, sondern auch die Flieger selbst möglichst günstig einkaufen. Deftige Rabatte von mindestens 50 Prozent schweben ihm vor.

Airbus hat O’Leary bereits eine Absage erteilt. „Wir werden unsere Flugzeuge nicht unter Wert verkaufen“, sagte ein Airbus-Sprecher. O’Leary spekuliert auf einen ähnlichen Deal wie 2002 mit Boeing. Damals bestellten die Iren 100 Maschinen mit einer Option auf weitere 50, was von Boeing mit einem ordentlichen Rabatt belohnt wurde.

Strategiewechsel bei Ryanair

Auch am Boden will Ryanair weiter wachsen. Mit mehreren deutschen Airports würden momentan Gespräche geführt, sagte eine Unternehmenssprecherin. Der Flughafen Köln-Bonn ist bereits als neue Destination im Gespräch. Mit über 10 Millionen Passagieren in 2008 ist Köln-Bonn Deutschlands größter Flughafen für Billigflieger, die Lufthansa-Tochter Germanwings hat hier ihre Basis.

Ryanair bietet von Deutschland aus vor allem Flüge von kleineren Regionalairports wie dem niederrheinischen Weeze oder dem rheinland-pfälzischen Hahn an. Hier konnte Ryanair bislang sehr günstige Bedingungen herausschlagen, profitierte von Subventionen in den strukturschwachen Regionen und versprach im Gegenzug Arbeitsplätze. Dieses Geschäftsmodell stößt bei immer mehr der meist öffentlichen Betreibergesellschaften auf Kritik, denn angesichts knapper Kassen lassen sich Gratisnutzungen nicht mehr rechtfertigen.

Die EU hat bereits ein Auge auf die Geschäftspraktiken der Iren geworfen. Die Wettbewerbshüter in Brüssel sehen in den Gratislandungen Subventionen zulasten anderer Airports. Laut einer Verordnung aus dem Jahr 2005 müssen Subventionszahlungen nach drei Jahren eingestellt werden. Für Ryanair jetzt offenbar das Zeichen für einen Strategiewechsel. Um auch langfristig von günstigen Bedingungen profitieren zu können, will sich die Airline in Zukunft als privater Investor an den Flughäfen beteiligen.

Ryanair: Langstreckenflüge im Visier

Neben weiteren Start- und Landepunkten in Deutschland plant O'Leary zudem den Einstieg ins Langstreckengeschäft. Der Zeitpunkt hierfür erscheint günstig. Niedrige Kerosinpreise und gekürzte Kapazitäten großer Airlines könnten den Markteintritt erleichtern. „Ich glaube, dass das funktionieren wird“, sagte Ryanair-Manager Michael Cawley.

Bislang konnten Billigflieger bei Interkontinentalflügen kaum Fuss fassen. So scheiterte die Fluggesellschaft Oasis Hong Kong im April 2008 nach gut eineinhalb Jahren mit ihren Linienflugstrecken nach London und Vancouver. Die kanadische Zoom Airlines stellte im Sommer 2008 ihren Flugbetrieb nach Europa ein. Doch es gibt auch ein positives Beispiel. Die malaysische Billigairline Air Asia X bietet Flüge von Kuala Lumpur nach Australien an, ab Mitte März fliegt Air Asia X London-Stansted an - auch ein wichtiger Basisflughafen für Ryanair.

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