Billigflieger: Ryanairs neue alte Wege

KommentarBilligflieger: Ryanairs neue alte Wege

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Michael O'Leary, Chef der Billigfluglinie Ryanair

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das Geld sitzt nicht auf den billigen Plätzen. Deshalb startet Ryanairchef O'Leary eine Offensive für mehr Bequemlichkeit an Bord und drängt gleichzeitig auf die größeren, zentral gelegenen Flughäfen.

Wenn Ryanairchef Michael O'Leary neue Serviceideen ankündigt, ist ihm Aufmerksamkeit sicher. Schließlich sind Stehplätze, Bezahlklos, Kofferverbot oder anderen Wege, Passagiere zu knechten oder ihnen eine neue Extragebühr zu Aufpreisen zu entlocken immer unterhaltsam und nicht wirklich ernst gemeint. Hauptsache, es gibt Schlagzeilen, in denen der Name seines Unternehmens möglichst oft vorkommt.

Die neueste Idee des Iren ist dagegen komplett unoriginell, aber dafür wahrscheinlich ziemlich ernst gemeint. Er hat testweise in ein paar Reihen den Sitzabstand auf ein erträgliches Maß angehoben und verkauft die Plätze für zehn Euro Aufpreis. Das ganze soll mehr Geschäftsreisende an Bord locken. Denn die buchen in der Regel kurzfristig und bezahlen dafür gerne deutlich mehr als die gut 40 Euro, die Ryanair im Schnitt pro Passagier umsetzt – einfach. Zum Beispiel 266 Euro für den einfachen Flug von Manchester nach Dublin heute abend um 22 Uhr. Denn das ist bei Ryanair auch bei zehn Euro Extra in der Regel immer noch günstiger ist als ein Platz bei der Konkurrenz.

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Druck auf die Konkurrenz steigt

Die Idee dazu hat der als Geizhals natürlich nicht selbst entwickelt, sondern – getreu dem Motto seines Landsmanns Oscar Wilde "Talent borgt, Genie stiehlt" - von der Konkurrenz übernommen. Die Lufthansa-Billigtochter Germanwings etwa hat bereits seit mehr fast zwei Jahren in den ersten Reihen mehr Platz und lässt dort nur Reisende mit teurere Tickets Platz nehmen.

Trotzdem ist das Angebot alles andere als eine billige Kopie. Die zehn Euro für menschenwürdiges Sitzen sind vielmehr Teil einer breiteren Strategie mit der O'Leary den Druck auf die Konkurrenz erhöht. Denn ebenfalls gestern verkündete er, öfter als bisher in größere Flughäfen zu fliegen. Denn wenn er wirklich die Geschäftsreisenden an Bord locken will, kann er nicht darauf hoffen, dass die sich zu ihm in die fliegerische Walachei bemühen. Er muss zu ihnen kommen.

Zurück zu den Wurzeln

Das klingt wie ein Revolution, ist aber tatsächlich eher ein zurück zu den Wurzeln von Ryanair. Wir auf dem Kontinent kennen die Iren als Airline abseitiger Airports, wo die Anreise meist länger als der Flug dauert. Doch in ihren Hauptmärkten Irland und Großbritannien startet die Geizlinie schon  immer auf den zentraleren Flughäfen wie Dublin, Manchester oder Glasgow – eben, weil da die  Geschäftsreisenden sitzen.

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