Bio-Supermärkte: Machtkampf bei Bio-Kette Basic eskaliert

Bio-Supermärkte: Machtkampf bei Bio-Kette Basic eskaliert

von Henryk Hielscher

Dubiose Beraterverträge, die Führungsspitze im Dauerclinch – bei der Münchner Biokette Basic tobt ein interner Machtkampf.

Die Hauptperson fehlte. Als sich die Anteilseigner der Biokette Basic am 20. Dezember zur außerordentlichen Hauptversammlung in München trafen, blieb ausgerechnet der Versammlungsleiter, Basic-Aufsichtsratschef Joachim Kreuzburg, der Veranstaltung fern. Dabei herrschte erhöhter Aufklärungsbedarf unter den Aktionären des nicht börsennotierten Ökohändlers.

Auch der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat liegt im Clinch mit seinem Vorsitzenden und glaubt, dass Kreuzburg „gegen seine Pflichten als Aufsichtsrat verstoßen“ habe. Beide haben vor Gericht die Abberufung ihres jeweiligen Kontrahenten beantragt – in den kommenden Wochen könnte eine Entscheidung fallen. Davon hängt auch die Zukunft von Basic-Chef Stephan Paulke ab. Seine Beziehung zu Kreuzburg gilt als „hochgradig toxisch“.

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Die Grabenkämpfe bei Basic können schnell auf das operative Geschäft durchschlagen. Ein Horrorszenario für den Bio-krämer, die sich noch immer nicht von den Turbulenzen der Vergangenheit erholt hat.

Ala im Sommer 2007 bekannt wurde, dass die Discounter-Gruppe Schwarz (Lidl, Kaufland) bei Basic einsteigen will, brach ein Sturm der Entrüstung los. Eine Kooperation mit dem Lidl-Imperium galt der Branche als Sündenfall, Basic ohne Instinkt. Kunden boykottierten die Kette, Lieferanten kündigten die Zusammenarbeit auf, die Gründer zerstritten sich.

Arabischer Investor unterstützt umstrittenen Sanierer

Als Schwarz sich schließlich entnervt zurückzog, stand Basic am Abgrund und wurde zum Fall für den freischaffenden Sanierungsexperten Kreuzburg. Der Mann fürs Grobe entließ Mitarbeiter, schloss Filialen und drückte die Kosten. Die Rettungsmission gelang, und Kreuzburg wechselte an die Spitze des dreiköpfigen Aufsichtsrats, nachdem Paulke im August 2009 den Chefposten übernahm.

Doch der Frieden zwischen Aufseher und Vorstand währte nicht lang. Schon 2009 soll Kreuzburg ohne Aufsichtsratsbeschluss ein Beraterhonorar von Basic erhalten haben, heißt es intern. Nachdem Kreuzburg versucht hätte, einen weiteren Beratervertrag für die Jahre 2010 bis 2012 einzufädeln, und Paulke sich weigerte, den Kontrakt zu unterzeichnen, begann die Auseinandersetzung.

Paulke kann zwar auf den Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Erich Adams und die Minderheitsaktionäre zählen. Doch Kreuzburg hat einen zentralen Verbündeten: Der arabische Investor Abbas Ibrahim Yousef al-Yousef, der den Basic-Mehrheitsaktionär ASI Nature Holding steuert, unterstützt ihn. Er ließ beim Aktionärstreffen in München eine Erweiterung des Aufsichtsrats beschließen, um „das Unternehmen wieder handlungsfähig zu machen“, so ein ASI-Vertreter. Der frühere Basic-Aufsichtsrat Frank Dieter Maier wurde von ASI dafür reaktiviert, zudem darf der Sohn des ASI-Inhabers künftig über die Geschicke der Biokette wachen.

Nebeneffekt: Sobald die Beschlüsse im Handelsregister eingetragen werden und damit rechtskräftig sind, schwinden die Blockademöglichkeiten einzelner Aufsichtsräte im Kontrollgremium. De facto schwächt das vor allem die Position von Arbeitnehmervertreter Adams.

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