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Biosprit-Chaos: Achtung, E10! Was Autofahrer wissen müssen

von Franz W. Rother und Max Haerder

Der Mineralölverband warnt vor Versorgungsengpässen mit bei altem Superbenzin. Denn der Streit um den neuen Bio-Kraftstoff E10 geht weiter. Sechs Fakten, auf die Autofahrer jetzt achten sollten, um Motor und Geldbeutel zu schonen.

1. Richtig identifizieren

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Chaos um den Bio-Kraftstoff: Quelle: dpa
Chaos um den Bio-Kraftstoff: Blick auf einen Zapfhahn mit dem Bio-Kraftstoff E10. Quelle: dpa

Auch nach dem sogenannten Benzin-Gipfel in Berlin ist noch längst nicht alles klar. Richtschnur soll nun die Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand sein (www.dat.de). Das Studium der kleingedruckten 23 Seiten (Stand: 10. März) wirft jedoch einige Fragen auf. Zwar deklarieren die Autohersteller die meisten ihrer Modelle als E10-tauglich. Um aber die „wenigen“ Ausnahmen zu identifizieren, müssen sich die Autobesitzer intensiv mit ihrem Fahrzeug auseinandersetzen: Ob der Wagen E10 verträgt, hängt vielfach davon ab, wann er vom Band lief. Doch im Kfz-Schein steht nicht der Tag der Fertigstellung, sondern der Tag der Erstzulassung. Und zwischen Fertigung und Zulassung können Monate liegen. Bei anderen Herstellern muss man nach der Motorennummer oder einem „OPR-Code“ des Autos suchen. Der TÜV Rheinland rät deshalb, vor der ersten Betankung mit E10 den Hersteller anzuschreiben.

2. Wenig Rechtssicherheit

Die Fahrzeughersteller und Importeure haften zwar für die Richtigkeit der Angaben in der DAT-Liste. „Es gelten die bestehenden vertraglichen und gesetzlichen Gewährleistungs- und Haftungsansprüche“, sagt Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie. Verbraucherschützer bleiben aber skeptisch: Für sie kann nur der Hersteller eine Garantie abgeben. Doch eine individuelle Information der Fahrzeughalter hatte die Industrie auf dem Benzin-Gipfel abgelehnt wegen des hohen bürokratischen und zeitlichen Aufwands sowie der geschätzten Kosten von über 20 Millionen Euro. Denn Probleme mit dem Kraftstoff seien nicht zu erwarten: „Bislang“, so Audi-Chef Rupert Stadler, „sind uns keine Kundenbeanstandungen im Zusammenhang mit E10 bekannt. Bei neuen Autos könnte eine derartige Beanstandung innerhalb von zwei Jahren nach Fahrzeugübergabe ein Gewährleistungsfall sein. Bei älteren Fahrzeugen würden wir Beanstandungen im Einzelfall prüfen. Sollte E10 die Ursache sein, würden wir auch dann auf eine kundenorientierte Lösung hinarbeiten.“

Der Autobauer Mercedes-Benz hat nun klargestellt, dass er sich auch nach Ablauf der gesetzlichen Garantie um eventuelle Langzeit-Schäden durch den neuen Biosprit E10 kümmern wird. „Sollte sich herausstellen, dass sich ein Motorschaden ursächlich auf den Betrieb mit E10 zurückführen lässt, obwohl wir die E10-Tauglichkeit bestätigt hatten, wird sich die zuständige Mercedes-Benz-Werkstatt um eine entsprechende Lösung kümmern“, teilen die Stuttgarter ihren Kunden telefonisch oder auf Wunsch auch schriftlich mit. Grundsätzlich hält Mercedes-Benz derartige Schäden aber für unwahrscheinlich. Alles klar?

3. Ohne Haftung

Der Weg zur Werkstatt bringt auch nicht mehr Klarheit. Sie darf die E10-Verträglichkeit nicht aus eigenem Wissen bescheinigen und für die Aussage auch keine Haftung übernehmen. Der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes (ZdK) rät seinen Mitgliedern deshalb, jedes Beratungsgespräch genau zu dokumentieren und mit einer Haftungsklausel zu versehen: „Für die Vollständigkeit und Korrektheit der bereitgestellten Informationen über die E10-Verträglichkeit Ihres Fahrzeugs übernehmen wir keine Gewähr. Obwohl die Information zur E10-Verträglichkeit nach bestem Wissen und Gewissen erteilt worden ist, kann aufgrund der Bereitstellung der Daten durch Dritte keine Haftung für die Richtigkeit der Information und damit für eventuell eintretende Schäden bei falscher Betankung des Fahrzeugs übernommen werden.“

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10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.03.2011, 08:51 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang Press

    Autofahrer und auch Autofahrerinnen müssen zuerst einmal wissen, dass, wenn sie E10 tanken, dafür sorgen, dass alle Nahrungsmittelpreise bei denen Getreide zum einsatz kommen, kräftig steigen werden.
    Autofahrer und auch Autofahrerinnen müssen sich die Frage stellen, ob sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dass Nahrungsmittel in den Tank wandern. Wer das bejat handelt höchst unmoralisch und unchristlich.
    E10 muß boykottiert werden!!!

  • 18.03.2011, 21:43 UhrAnonymer Benutzer: Klaus Thieme

    E10 werde ich nie tanken. Schon E5 hat eine Einspritzpumpe bei 40000 zerstört! Außerdem sind seit der Einführung von E5 bei mir eine Steihl Motorsäge, kein 150 betriebsstunden, ein 1300 W Stromerzeuger, ca. 80 Std. gelaufen und einen älteren boots Motor gekillt worden. Auch E5 muss verschwinden. die Motoren sind für benzin gemacht und nicht für Fusel

  • 17.03.2011, 22:54 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    Zwei Probleme:
    Rechtsgrundlage: Umgekehrte beweislast,malschauen was dann der
    Großmaul von VW sagt.

    Nahrungsmittel als Treibstoff: geht gar NiCHT

    Folglich: bOYKOTT

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