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Bis zu zehn Prozent mehr: Energieriesen erhöhen Strompreise drastisch

von AP

Strom und Gas werden für Millionen Verbraucher zum Jahreswechsel deutlich teurer. Die beiden größten deutschen Energieversorger E.ON und RWE planen zum 1. Januar Preiserhöhungen von bis zu zehn Prozent beim Strom. Gas soll für Kunden von Marktführer E.On um bis zu 8,8 Prozent teurer werden.

Stromrechnung: Verbraucher müssen bei E.On deutlich mehr zahlen,  dpa
Stromrechnung: Verbraucher müssen bei E.On deutlich mehr zahlen, Foto: dpa

Die Konzerne begründeten die angekündigten Preissteigerungen am Montag mit den erhöhten Beschaffungskosten und den Ausgaben für erneuerbare Energien. Keine Preiserhöhungen planen dagegen vorläufig die Konkurrenten Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall. Bei Verbraucherschützern stieß die neue Preisrunde auf scharfe Kritik. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Energieverbraucher Aribert Peters: „Wir halten das für eine Kriegserklärung an den Verbraucher und an den Staat.“ Die Erhöhung bedeute für die betroffenen Haushalte eine Mehrbelastung von bis zu 100 Euro im Jahr. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben kündigte eine kartellrechtliche Überprüfung der Preiserhöhungen an. Der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, forderte die Stromkunden auf, verstärkt von der Möglichkeit zum Wechsel des Anbieters Gebrauch zu machen, „damit in den Konzernzentralen klar wird: Diese Preise sind am Markt nicht durchsetzbar“. Deutschlands größter Energieversorger E.On hatte die Energiepreisdiskussion am Montag mit der Ankündigung angefacht, zum Jahreswechsel die Preise für seine 7,5 Millionen Strom- und 1,3 Millionen Gaskunden bundesweit kräftig zu erhöhen. Die Strompreise der sieben E.On-Regionalversorger sollen zum 1.Januar in der Grundversorgung um 7,1 Prozent (E.On Hanse) bis 9.9 Prozent (E.On Bayern) steigen. EnBW und Vattenfall halten Preise stabil Gas verteuert sich für die E.On-Kunden je nach Region um 3,4 Prozent (E.On Thüringer Energie) bis 8,8 Prozent (E.On Westfalen Weser). Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeute dies einen Anstieg der monatlichen Stromkosten um bis zu 5,80 Euro und einen Anstieg der Ausgaben für Gas um bis zu 11,40 Euro im Monat, betonte der Konzern. Der Marktführer steht mit seinen Preiserhöhungen nicht allein. Zuvor hatte bereits Konkurrent RWE zum Jahreswechsel Strompreiserhöhungen von durchschnittlich 6,6 Prozent bei seinen Regionalversorgern RWE Westfalen-Weser-Ems und RWE Rhein-Ruhr angekündigt. Die RWE-Töchter Süwag und Lechwerke AG wollen die Preise sogar um 9 Prozent erhöhen. Auch hier sind Millionen Haushalt betroffen. Aufatmen können dagegen vorläufig die Kunden von EnBW und Vattenfall. Ein EnBW-Sprecherin sagte in Karlsruhe, in der Grundversorgung habe man den Kunden stabile Nettopreise beim Strom bis zum 31. März kommenden Jahres garantiert. Diese Aussage habe Bestand. Auch Vattenfall-Sprecherin Sabine Neumann betonte: „Wir planen zur Zeit keine Preismaßnahmen.“ Vattenfall steht derzeit wegen einer Pannenserie in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel unter Druck. Nach Medienberichten leidet der Konzern unter anderem deswegen unter Kundenabwanderungen. Doch dürfte dies nur eine Atempause sein: Der neue EnBW-Chef Hans-Peter Villis erklärte erst in der vergangenen Woche, dass auch er weiter steigende Strompreise erwartet. Der Energieexperte der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, wertete die neue Preisrunde als Zeichen für den unzureichenden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Er kritisierte, seit dem Jahr 2000 seien die Strompreise in Deutschland - die neue Preisrunde eingeschlossen - um rund 50 Prozent gestiegen. Die Unternehmen seien für etwa zwei Drittel der Preissteigerungen verantwortlich, der Staat für den Rest. Mehr bei wiwo.de: RWE-Aktie: Mehr Power an der Spitze

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