HB MÜNCHEN/FRANKFURT. „Der Verwaltungsrat der Bayerischen Landesbank hat heute Nachmittag beschlossen, für die Bawag ein Angebot über 2,6 Mrd. Euro abzugeben.“ Dies sei das erste verbindliche Angebot der BayernLB für die Bawag. Bisher sind Finanzkreisen zufolge drei Bieter in der Endrunde: Neben der BayernLB sind dies die US-Investoren Cerberus und Lone Star. Die Höhe ihrer Offerten waren zunächst nicht auszumachen. In Medienberichten hatte es dazu zuletzt widersprüchliche Informationen. Angeblich soll es auch einen vierten Bieter geben, über den aber bislang nichts bekannt ist. Entscheiden könnte sich der Wettstreit Ende dieser Woche. Am Freitagabend will der Eigentümer, der Bundesvorstand des österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), tagen. Der ÖGB muss die Bawag verkaufen, um Nettoschulden von 1,7 Mrd. Euro abzubauen. Die Bawag war durch spekulative Devisengeschäfte und ein Engagement beim inzwischen insolventen US-Broker Refco in die Krise geraten. Im Frühjahr sprang der Staat mit einer Garantie über 900 Mill. Euro ein. Analysten schätzen den Wert der Bank auf 2,5 Mrd. Euro. Über den Kaufpreis hinaus muss allerdings derjenige, der den Zuschlag bekommt, frisches Kapital aufbringen, um die Staatsgarantie zu ersetzen. Die BayernLB war bis 2004 mit 46 Prozent an der Bawag beteiligt. Sie hatte sich damals aber nicht die Mehrheit an der Gewerkschaftsbank sichern können und daher wieder zurückgezogen. Aus dieser Zeit schuldet der ÖGB den Bayern noch rund 600 Mill. Euro. Mit der Bawag würde die zweitgrößte Landesbank Deutschlands ihre Aktivitäten in Osteuropa ausbauen und sich im Privatkundengeschäft stärken.
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