Blohm + Voss: Marineauftrag hält Werft bei ThyssenKrupp

Blohm + Voss: Marineauftrag hält Werft bei ThyssenKrupp

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Fregatte Brandenburg

ThyssenKrupp sagt den Verkauf der Hamburger Werft Blohm + Voss ab. Im Gegenzug zieht die Bundesregierung einen Marine-Auftrag vor. Insbesondere ein Politiker machte sich dafür stark.

Es war ein spektakulärer Rückzieher, den der Düsseldorfer Stahlkonzern ThyssenKrupp am vergangenen Donnerstag unternahm: Die Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss werde doch nicht verkauft, kündigten Aufsichtsratskreise gegenüber der WirtschaftsWoche an. Hamburg bleibt damit ein drittes Krisenopfer erspart – nach der Reederei Hapag-Lloyd und der HSH Nordbank, dem weltgrößten Schiffsfinanzierer. Denn ein Verkauf an ausländische Investoren hätte wohl einen radikalen Abbau von Arbeitsplätzen nach sich gezogen.

Zudem bleibt die weltweit begehrte Brennstoffzellen-Technik für U-Boote in deutscher Hand. Dieses Know-how liegt zwar nicht bei Blohm + Voss, sondern bei der Kieler Werft HDW. Doch die gehört ebenfalls ThyssenKrupp und wäre bei einer Trennung von Blohm + Voss wohl auch bald veräußert worden.

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Jetzt will ThyssenKrupp nur noch die Luxusyachtsparte von Blohm + Voss losschlagen. Sie soll an einen Scheich in Abu Dhabi gehen, die Arbeitsplätze in Hamburg sollen jedoch erhalten bleiben, heißt es im Konzern. Am Bau von Militärschiffen will der Konzern dagegen festhalten. Der Bereich trägt 90 Prozent zum Blohm + Voss-Umsatz bei.

Fregattenbau vorgezogen

Dem Rückzug vom Blohm + Voss-Verkauf war ein harter Poker zwischen Konzernvertretern und Bundespolitikern vorangegangen. Dabei gelang es ThyssenKrupp-Technologies-Chef Olaf Berlien, der die Werften verantwortet, einen besonderen Deal auszuhandeln. Um die Werftstandorte Hamburg (Blohm + Voss), Kiel (HDW) und Emden (Nordseewerke) zu retten, ziehe das Bundesverteidigungsministerium einen Auftrag für den Bau einer Fregatte im Wert von 300 Millionen Euro vor, berichten Aufsichtsratskreise. Das Schiff, das die Bundesmarine erhält, sollte ursprünglich erst 2014 gebaut werden. Nun soll das Ministerium den Auftrag an ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) schon 2010 erteilen.

So sichert die Bundesregierung nicht nur Werftarbeitsplätze. Entscheidend war wohl auch, dass Brennstoffzellen-Technik für U-Boote in deutscher Hand bleibt. Auf dieses Know-how hatte es vor allem die französische Staatswerft DCN abgesehen. Trotzdem stehen bei HDW Änderungen an: Dort will ThyssenKrupp den Bau ziviler Containerschiffe einstellen, da er sich wegen der hohen Lohnkosten nicht mehr lohne.

Der Bedingung, den Auftrag für die Fregatte vorzuziehen, stimmte in der Koalition vor allem SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu, berichten Konzerninsider.

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