BMW-Chef Reithofer: "Premium wird über Nachhaltigkeit definiert" - Seite 4

BMW-Chef Reithofer: "Premium wird über Nachhaltigkeit definiert"

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BMW hat große Anstrengungen unternommen, um den Wasserstoffantrieb serienreif zu machen. War das alles für die Katz?

Keineswegs. Wir forschen derzeit weiter an einem Tank, aus dem sich der Wasserstoff nicht so schnell verflüchtigt. Ich glaube jedoch, dass der Wasserstoffantrieb kaum vor 2030 kommen wird.

Was sind Ihre Erwartungen an den Weltklimagipfel in Kopenhagen?

Wir erwarten, dass in Kopenhagen die Weichen gestellt werden für nachhaltige Mobilität. Ambitionierte Klimaziele für die Staaten müssen dann im nächsten Schritt in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Die Politik muss beispielsweise dafür sorgen, dass der Kauf von Elektroautos gefördert wird, denn sonst wird zum Start die Nach-frage nicht groß genug sein. Sie muss auch die Voraussetzungen für eine Infrastruktur schaffen, zum Beispiel Ladestationen oder einheitliche Stecker. Und sie sollte mit Forschungsförderung die Entwicklung von Elektrofahrzeugen unterstützen.

Solche Programme gibt es doch schon.

Wenn wir bei bestimmten Technologien führend sein wollen, reicht die bisherige Förderung bei Weitem nicht aus. Mit der Abwrackprämie wurde einseitig Herstellern von Kleinwagen geholfen – häufig für ineffiziente Low-Tech-Lösungen. Für die Innovationskraft der deutschen Autoindustrie oder die Umwelt hat sie deshalb nichts gebracht. Es stellt sich die Frage, ob es jetzt nicht an der Zeit wäre für eine Forschungsförderung, die den deutschen Herstellern hilft, bei klimafreundlicher Technik insgesamt führend zu werden.

Hängt das Schicksal von BMW wirklich an grünen Autos?

Das hat sicher nichts mit grüner Romantik zu tun. Nachhaltig zu sein ist schlichtweg eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Klar ist: Wir werden die Grenzwerte für 2020 ohne Elektroautos nicht erreichen – es sei denn, wir bauen ausschließlich kleine Autos mit Dreizylindermotoren. Das ist für BMW aber keine Option. Also machen wir größere Autos mit modernster Technik verbrauchsarm und bringen Elektrofahrzeuge in den Markt. Dieser Kurs steht fest, daran wird nicht gerüttelt.

Glauben Sie, dass es in Deutschland bald eine Pkw-Maut geben wird?

Ich gehe davon aus, dass es keine Pkw-Maut geben wird.

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3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.11.2009, 13:55 UhrAnonymer Benutzer: Ben Salim Al Salam

    PKW Maut ist eine indrekte Steuer. einerseits wird von den Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität gefordert, andererseits sind sie es die dafür bezahlen sollen, wenn sie dieser Forderung nachkommen. Wer beruflich gezwungen ist, viel mit dem KFZ unterwegs zu sein, hat dadurch höhere Kosten. Das trifft dann ebenso Aussendienstler und andere Freiberufler, die auf das Fahrzeug angewiesen sind. ist das so schwer nachzuvollziehen? Und wenn flankierende dazu, der öffentliche Nahverkehr nicht verbilligt und ausgebaut wird, wäre eine derartige Maut eine sehr einseitige belastung.

  • 24.11.2009, 11:23 UhrAnonymer Benutzer: Mene Tekel

    die PKW Maut wäre super.
    ich verstehe gar nicht warum das so ein problem ist in Deutschland.

  • 24.11.2009, 01:16 UhrAnonymer Benutzer: Martin Bregulla

    beim letzten Absatz. Herr Reithofers Wort in Gottes Gehörgang.

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