BMW-Vertriebsvorstand Robertson: "Zweites Werk in China"

BMW-Vertriebsvorstand Robertson: "Zweites Werk in China"

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Ian Robertson, Mitglied des Vorstands der BMW AG fürr Vertrieb und Marketing

von Matthias Kamp

BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson über die Expansion des Konzerns in China, die Konkurrenz unter den Marken und die Gefahr von Überkapazitäten.

WirtschaftsWoche: Herr Robertson, der Pkw-Absatz wächst in China weiterhin kräftig. Ist das Wachstum nachhaltig oder sehen wir eine Überhitzung des Marktes?

Ian Robertson: Das Wachstum, vor allem im Premium-Segment, ist nicht überraschend, sieht man sich den Zuwachs an Wohlstand in China an. In diesem und im nächsten Jahr werden wir immer noch ein ordentliches Plus beim Pkw-Absatz sehen. Das wird aber nicht mehr so stark wie im letzten Jahr sein. Gleichzeitig muss man bedenken, dass China in vielen Regionen noch kein dichtes Händlernetz hat. BMW wird darum in diesem Jahr jede Woche einen neuen Händler in China bekommen.

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Was plant BMW außerdem?

Robertson: Die Langversion der 5er-Reihe ist ein Riesenerfolg in China. Wir produzieren hier voll am Anschlag. Unsere zweite Fabrik in China nimmt im kommenden Jahr die Produktion auf. Da investieren wir 560 Millionen Euro. Dann haben wir Kapazitäten für die Fertigung von 150.000 Autos in China. Darüber hinaus werden wir künftig den X1 in China produzieren. Ich gehe davon aus, dass BMW in China in diesem Jahr stark zweistellig wachsen wird. In den ersten drei Monaten haben wir in China inklusive Taiwan und Hongkong bereits um 71 Prozent zugelegt.

Wird einem bei einem solchen Wachstum nicht ab und zu schwindelig?

Robertson: Wir gehen bei allen Schritten, die wir unternehmen, vorsichtig vor. Wir konzentrieren uns nicht nur auf einen Markt. BMW hat in letzter Zeit in den USA investiert, außerdem in Deutschland, und wir erweitern die Kapazitäten in Indien. Wir wollen einen ausgewogenen Mix zwischen Nord- und Südamerika, Europa sowie Asien.

Chinas Regierung will ausländische Autohersteller dazu zwingen, eine eigene, lokale chinesische Marke zu entwickeln. Wie geht BMW mit der neuen Politik um?

Robertson: Die chinesische Regierung und die Autoindustrie befinden sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Hier spielen auch Planungen zu Elektro- und Hybridautos eine Rolle, außerdem die Beziehungen zu den Joint-Venture-Partnern und sogar beispielsweise die Erteilung einer Banklizenz für eine Autofinanzierungsgesellschaft. All dies sind Bausteine eines Plans zur Entwicklung der Autoindustrie in China. Einige dieser Aspekte sind bereits klar, andere befinden sich noch im Entwicklungsstadium. Was den Aufbau neuer, eigener Marken angeht, werden wir im Laufe des Jahres mehr Klarheit bekommen. Es gibt aber schon jetzt viele Marken in China. In Japan oder Südkorea hat sich die Zahl der Marken reduziert. Das wird auch in China stattfinden.

Sehen Sie Risiken im Chinageschäft?

Robertson: Nach den Entwicklungen von 2008 und 2009 ist klar, dass die Welt in Zukunft volatiler sein wird als in der Vergangenheit. Währungen werden volatiler sein. Die Wirtschaftspolitiken einzelner Regierungen werden viel volatiler sein. Als Konzern werden wir darum verschiedene strategische Schritte unternehmen, um in Zukunft Risiken auszugleichen. In China etwa erweitern wir die Kapazitäten erstmal auf 150.000 Einheiten. Ob es danach weitergeht, ist noch nicht entschieden, aber wir haben die Option.

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