Börse: Deutsche Börse: Hedgefonds TCI und Atticus offenbar ausgestiegen

Börse: Deutsche Börse: Hedgefonds TCI und Atticus offenbar ausgestiegen

Die Deutsche Börse steht nicht mehr unter dem Druck der beiden Hedgefonds The Children’s Investment Fund (TCI) und Atticus, die vor vier Jahren den damaligen Börsen-Chef Werner Seifert zum Rückzug gezwungen hatten.

Die Fonds, die laut Stimmrechtsmitteilung 19,3 Prozent an der Börse gemeinsam halten, sollen einen großen Teil ihres Aktienrisikos bereits im vergangenen Jahr über Finanzinstrumente abgegeben haben. So heißt es übereinstimmend in Frankfurter und Londoner Finanzkreisen. TCI und Atticus wie auch Börsenchef Reto Francioni wollten das gegenüber der WirtschaftsWoche nicht kommentieren. Allerdings lehnte TCI-Gründer Chris Hohn ein Interview mit der Begründung ab: „Wir halten nur eine kleine Position.“ Aus Aufsichtsratskreisen heißt es, dass TCI und Atticus seit Monaten keine Forderungen mehr an die Börse gestellt hätten.

Die Hedgefonds könnten legal durch Finanzinstrumente ihr Deutsche-Börse-Aktienrisiko abgeben, ohne dies bei der Finanzaufsicht BaFin zu melden, sagen hochrangige Frankfurter Investmentbanker. „Dass sich ein Unternehmen wirtschaftlich mittels Cash Settled Swaps die Möglichkeit offenhält, Stimmrechte abzugeben, ist für die Mitteilungspflichten grundsätzlich irrelevant, zumindest so lange, wie Stimmrechte nicht tatsächlich übertragen werden“, teilte die Finanzaufsicht BaFin dazu mit.

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Für den Teilausstieg mit Finanzinstrumenten spricht auch der Kursverlust von 30 Prozent seit Jahresbeginn. „Den Kursverlust der Deutschen Börse 2009 kann man mit den Geschäftszahlen nicht erklären“, sagte Henning Gebhardt, Leiter deutsche Aktien bei der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS und einer der einflussreichsten deutschen Fondsmanager, der WirtschaftsWoche. Für den weiteren Kursverlauf wäre ein Teilausstieg der Großaktionäre über Finanzinstrumente positiv, so Gebhardt. Bislang lastete die Angst vor einem Paketverkauf der Hedgefonds auf dem Aktienkurs.

Zukäufe "interessant und relevant"

Francioni bezeichnete eine große Fusion mit einer US-Terminbörse wie der Intercontinental Exchange (ICE) im Interview als „relevante Option“, über die es sich nachzudenken lohne. Auf die Frage, ob die nach Börsenwert etwa halb so große ICE als kleiner Partner mit starkem Angebot bei Futures und Energiekontrakten nicht gut zu Deutschen Börse passe, sagte Francioni: „Strategisch haben wir ein paar interessante Optionen. Und zwar nicht nur interessant, sondern auch relevant.“ Eine feindliche Übernahme komme dabei aber nicht in Frage. Den Kauf einer alternativen Handelsplattform wie Chi-X oder Turquoise lehnt Francioni dagegen ab. „Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas kaufen würden an Technologie, das unter dem Strich keinen Gewinn macht und noch dazu schwierig zu integrieren ist.“

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