Börsengang: Formel-1-Team Williams verpatzt Börsendebüt

Börsengang: Formel-1-Team Williams verpatzt Börsendebüt

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Teamchef Sir Frank Williams (l) und Geschäftsführer Adam Parr

Bisher hat der Börsengang dem Formel-1-Rennstall Williams weniger als die erwarteten 50 Millionen Dollar eingebracht. Um das Team und Chefkonstrukteur Patrick Heads Ruhestand zu sichern, sollte es jedoch ausgereicht haben.

Frank Williams gründete seinen Rennstall 1977, er hielt bislang 63 Prozent des Unternehmes, Chefkonstrukteur Patrick Head 27 und Teilhaber Christian Toto Wolff zehn Prozent. Nach dem heutigen Börsengang sehen die Besitzverhältnisse ein wenig anders aus: Williams bleibt mit 50,3 Prozent Mehrheitsaktionär,  27,39 Prozent des Unternehmens werden nun als Aktien an der Frankfurter Börse gehandelt, 13,01 Prozent hält Wolff  über seine Firma Marchsixteen Investments und 5,8 Prozent kontrolliert Head. Zu je 1,25 Prozent sind nun noch Vorstandschef Adam Parr und Technikdirektor Sam Michael beteiligt, außerdem hält Betriebsdirektor Alex Burns ein  Prozent.

Gründe für den Börsengang

Doch warum gibt Williams so viel vom Rennstall Williams in fremde Hände? Wolff sagte in Interviews, dass der Börsengang bereits seit 2009 geplant werde. Head und Williams sei es wichtig gewesen, die Gesellschaft auf eine breite Aktionärsbasis zu verteilen. Das schaffe Transparenz und mache das Unternehmen für Partner wie AT&T attraktiver. Gründer Williams begründet den Schritt aufs Parkett damit, dass er die Unabhängigkeit seines Teams wahren wollte. "Mein Wunsch ist, dass das Team in guter Verfassung ist, um weiter Rennen zu fahren, auch wenn ich schon lange nicht mehr bin." Heads Ruhestand ist mit dem IPO ebenfalls gesichert: Der Konstrukteur verkaufte mehr als 20 Prozent seiner Anteile an Williams und hat damit eine schöne Anerkennung für mehr als 40 Jahre harte Arbeit. Bei 25 Euro je ausgegebener Aktie kommt Williams auf einen Wert von 250 Millionen Euro. Davon 21 Prozent – das ergibt eine hübsche Rentenpolster. Auch wenn 29 Euro pro Aktie geplant waren.

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Ein weiterer Grund ist die Verhandlungsposition des Rennstalles, die durch den Börsengang gestärkt ist, wie Wolff sagt. Mit der Aktiengesellschaft im Rücken könne man neue Fahrer über die Bindung an das Unternehmen gewinnen und auch halten. Des Weiteren erfüllt der britische Rennstall die Vision von Bernie Ecclestone, der schon lange mit der Formel Eins auf den Aktienmarkt wollte. Nachdem Williams und Head Anfang Februar für ihre Aktie warben, sagte Ecclestone in einem Interview, dass er diese Aktie kaufen würde. Er sei davon überzeugt, dass Williams das Richtige tue. „Es wäre gut für die Formel 1, wenn es mehr Leute wie Frank und Patrick gebe“, sagte er.

Finanzexperten haben im Vorfeld kritisiert, dass es bei Williams vor dem Börsengang keine Kapitalerhöhung gegeben hat, sodass der Erlös direkt bei Head und Williams landet. Dafür sollen vom erwarteten Gewinn von bis zu zwölf Millionen Euro in 2011, 25 bis 35 Prozent als Dividende ausgeschüttet werden. Und der Rennstall Williams bleibt schuldenfrei.

Nach aller Kritik und nach aller Vorfreude war es dann heute soweit: Heute am 2. März ging Williams an die Börse. Die Aktien starteten schwach mit 25,25 Euro, das ist knapp über dem Ausgabekurs. Im Handelssystem Xetra lag die Erstnotiz bei 24,21 Euro. Im Laufe des Handels rutschte die Aktie sogar noch weiter ab. Wenn sich der Börsengang aber doch noch als rentabel erweist, könnte das andere Formel-1-Rennställe anlocken und Ecclestones Traum in Erfüllung gehen lassen.

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