Bosch-Chef: Bosch-Chef Fehrenbach nimmt Umsatzprognose zurück

Bosch-Chef: Bosch-Chef Fehrenbach nimmt Umsatzprognose zurück

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Stammsitz der Robert Bosch GmbH in Gerlingen bei Stuttgart

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch – weltgrößter Automobilzulieferer – kann seine Prognose vom Mai für 2008 nicht aufrechterhalten: „Das Ziel, den Konzernumsatz im laufenden Jahr um nominal fünf Prozent zu steigern, werden wir leider nicht erreichen“, sagt Bosch-Chef Franz Fehrenbach im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Grund: der schwächelnde Autoabsatz in den USA und Europa. Fehrenbach: „Europa hat sich 2008 bisher ganz gut geschlagen. Für die weitere Entwicklung haben wir aber eher gedämpfte Erwartungen. Es wird schwierig in Europa, das ist keine Frage. Der steigende Absatz in Asien und Russland konnte die Schwäche in den USA bislang ausgleichen. Es ist aber die Frage, wie lange das anhält.“

Derzeit steuert die Kraftfahrzeugsparte mehr als 60 Prozent zum Bosch-Gesamtumsatz bei. Eine Verlagerung ist geplant. „Wir haben schon vor einiger Zeit entschieden, die Unternehmensbereiche besser auszubalancieren, sprich: die Dominanz der Kraftfahrzeugtechnik zu verringern und die anderen Bereiche Industrietechnik, Hausgeräte und Gebäudetechnik zu stärken.“ Laut Fehrenbach soll die Kfz-Technik in Zukunft etwa die Hälfte des Konzernumsatzes ausmachen. Im Gegenzug treibt Fehrenbach den Aufbau der Umwelttechnik als weiteres Standbeines des Mischkonzerns voran. „Angesichts der Klimadebatte werden wir die Schwerpunke im Unternehmen weiter in Richtung der Umwelt- und Effizienztechnologien verschieben, das ist ganz klar.“

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Erstmals hat Bosch beziffert, wie hoch die Umsätze des Unternehmens mit erneuerbaren Energien sind: Bereits in diesem Jahr setze Bosch rund eine Milliarde Euro im Bereich erneuerbare Energien um, sagt Fehrenbach. Bosch will dieses Geschäft durch eigenes Wachstum und Zukäufe ausbauen. Rund 40 Prozent der Forschungsmittel und damit 1,4 Milliarden Euro fließen bereits heute in grüne Technik. Im Bereich der Energieerzeugung „stehen Akquisitionen auf dem Prüfstand“, so Fehrenbach. Im Kraftfahrzeugbereich und anderen großen Geschäftsfeldern sieht Fehrenbach dagegen nur begrenzte Übernahme-Möglichkeiten, „weil wir dort bereits über hohe Anteile in den meisten Märkten verfügen. Da würden wir schnell kartellrechtliche Probleme bekommen.“

Keine Chancen räumt Fehrenbach dem Wasserstoffantrieb im Auto „in den reifen Märkten wie Europa oder den USA“ ein. Fehrenbach: „Es müsste die gesamte Infrastruktur für Wasserstoff aufgebaut werden, von der Herstellung bis zur Wasserstofftankstelle. Ich wüsste nicht, wer in Vorleistung gehen würde, um eine solche Infrastruktur zu errichten.“ Anders sieht es seiner Ansicht nach in den Schwellenländern aus: „Dort könnte die Technik eine Chance haben.“ So drängten allein in China rund 250 Millionen Menschen in die Städte an den Küsten. „Wenn diese neuen Mega-Städte am Reißbrett entworfen werden, könnte dort von vorneherein auch eine komplette Wasserstoffwirtschaft errichtet werden. Dann könnte es dort durchaus wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge geben. Auch für dieses Szenario muss Bosch technologisch gerüstet sein.

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