Bosch Solar Energy: "In Zukunft ohne Förderung"

Bosch Solar Energy: "In Zukunft ohne Förderung"

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Vorstandschef der Bosch Solar Energy AG, Holger von Hebel

von Mario Brück

Der Chef der Bosch-Solarsparte über den Jobmotor Fotovoltaik, Solarsubventionen und die wachsende Dominanz von Bosch, Siemens & Co.

WirtschaftsWoche: Herr von Hebel, Bosch Solar Energy baut eine Fotovoltaikfabrik in Malaysia mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer halben Milliarde Euro. Warum Malaysia?

Von Hebel: Bosch setzt damit seinen Internationalisierungskurs fort. Grund für den Standort in der Region Penang ist die Entwicklung des Marktes in Asien, der in den kommenden Jahren mit Raten von 30 Prozent wachsen wird. Weitere Gründe sind niedrigere Fertigungskosten, qualifiziertes Personal und eine Infrastruktur mit einer stabilen Energieversorgung.

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Bosch baut auch in Frankreich eine Fabrik, um Südeuropa besser bedienen zu können. Das hört sich nicht nach dem Jobmotor Solarindustrie an, den die Solarlobby und Bundesumweltminister Norbert Röttgen -für den Standort Deutschland beschwören. Stimmt der Eindruck?

Nein. Nach der Übernahme der Ersol Solar 2008 baut Bosch die Solarzellenproduktion im thüringischen Arnstadt aus. Für rund 520 Millionen Euro verdreifachen wir dort die Kapazitäten. Bis 2012 entstehen dort auch ein Forschungszentrum, ein Ausbildungszentrum und eine neue Hauptverwaltung – rund 1000 neue Arbeitsplätze, 600 davon in diesem Jahr. 2008 hatte Bosch Solar Energy 1000 Mitarbeiter, jetzt sind es rund 3500. Der Jobmotor Solarindustrie funktioniert also auch in Deutschland.

Der Fotovoltaikmarkt in Deutschland schwächelt. Wie sehr hat Sie dennoch die Meldung überrascht, dass der Zubau in den Monaten März bis Mai so dramatisch eingebrochen ist, dass eine geplante Kürzung der Solarförderung abgeblasen wird?

Die Förderung folgt einem gesetzlich festgelegten Mechanismus, da wurde keine geplante Kürzung abgeblasen. Sollte der Zuwachs oberhalb des definierten Korridors liegen, wird die Senkung spätestens Anfang 2012 nachgeholt. Mit dem starken Rückgang hatten wir gerechnet.

Verlief das Geschäft bei Bosch Solar ähnlich mau?

Auch wir haben die Abkühlung gespürt, weil angesichts der Vergütungsunsicherheit viele Projekte vorgezogen wurden. Allerdings werden wir vom Heimatmarkt zunehmend unabhängiger. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unser internationales Vertriebsnetz um sechs Standorte erweitert und sind nun weltweit in 22 Ländern vertreten.

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