Bote Nippons: Historie der Manga in Japan

Bote Nippons: Historie der Manga in Japan

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Eine Frau präsentiert sich als Sayaka Mitsurugi, einem Namen wie er auch in Manga-Comics verwendet werden könnte

Mangas sind aus Japans Alltag und Kulturgeschichte nicht mehr wegzudenken.

Eigentlich sollten sie nur ein paar Schönheitsreparaturen durchführen. Doch als sich die Arbeiter im Sommer 1935 am Dach des Horyu-Tempels in Nara zu schaffen machten, entdeckten sie zwei Zeichnungen auf der Rückseite der Holzbohlen – darunter das verhutzelte Gesicht einer krummnasigen alten Person. Sie datieren aus dem späten 7. Jahrhundert, wirken wie schnell hingekritzelte Karikaturen – und gelten heute als erste Manga-Zeichnungen in der Geschichte Japans.

Nicht mehr auf Mauern oder Holzbalken, sondern auf Papierrollen bannten buddhistische Mönche ihre Karikaturen ab dem 11. Jahrhundert. 500 Jahre später werden Holzschnitte beliebt, mit Alltagsszenen und erotischen Motiven. Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden erste Bücher, in denen schwarz-weiße Holzschnittdrucke mit integriertem Text fortlaufende satirische Geschichten erzählten, die sich zur beliebtesten Lektüre in Japan entwickeln. Erst in dieser Zeit fand der Begriff Manga – wörtlich übersetzt bedeutet er „rasche, flüchtig gefertigte Zeichnung“ – Eingang in die japanische Sprache: durch Japans populärsten Maler Katsushika Hokusai (1760–1849), der seine Skizzen als Manga bezeichnete. Sie zeigen Momentaufnahmen der japanischen Gesellschaft und Kultur während der späten Edo-Zeit (1603–1868).

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Erster Vorläufer moderner Mangas ist die 1902 von Rakuten Kitazawa gezeichnete Besichtigung Tokios durch die Protagonisten Tagosaku und Mokube. Kitazawa gründete 1905 das Satiremagazin „Tokyo Puck“ und die erste japanische Manga-Schule. Im Zweiten Weltkrieg setzte die japanische Regierung Mangas gezielt als Kriegspropaganda ein.

Der einflussreichste Wegbereiter des modernen Manga war Osamu Tezuka (1928–1989). Er schuf mit Serien wie „Astro Boy“ und „Kimba“ die Grundlagen des heutigen Manga-Stils und die Basis für die moderne Trickfilm-Industrie. Er gilt noch heute in Japan als „Gott des Manga“. Japans beliebteste Manga-Figur aber ist Doraemon. Die blau-weiße Roboterkatze ohne Ohren wurde von Japans Außenminister vor drei Monaten gar zum japanischen Kulturbotschafter ernannt..

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