BP ohne Reue: "Schuld an Öl-Katastrophe liegt nicht allein bei uns"

BP ohne Reue: "Schuld an Öl-Katastrophe liegt nicht allein bei uns"

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Die Bohrinsel Deepwater Horizon ist unter gegeangen - die BP-Spitze kämpft nun darum, dass das mit dem Ölmulti nicht auch passiert. Das Unternehmen verneint weiterhin allein die Verantwortung für die Ölkatastrophe zu tragen. (Foto: US Coast Guard, File/AP/dapd)

von Yvonne Esterházy

Knapp viereinhalb Monate nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon hat der Ölmulti BP seinen mit Spannung erwarteten internen Untersuchungsbericht vorgelegt. Fazit: Für die Explosion und ihre Folgen war eine Serie von komplexen Ereignissen verantwortlich – nicht ein einzelner entscheidender Fehler. Der Bericht nennt auch keinen Schuldigen beim Namen.

Abgesehen von einer Reihe sehr technisch formulierter Erklärungen erfährt die Öffentlichkeit von dem mit Spannung erwarteten Bericht über die Vorfälle auf der Bohrinsel Deepwater Horizon wenig Erhellendes. Von Anfang an hatte BP auf die kritischen Fragen nach den Ursachen der verheerenden Umweltkatastrophe verneint, allein die Verantwortung zu tragen. Bei dieser Einschätzung blieb der Multi auch weiterhin. BP räumte durchaus Fehler und menschliches Versagen ein und nannte eine Reihe von Ursachen für das Leck an der Macondo-Quelle im Golf von Mexiko. Grobe Fahrlässigkeit des BP-Managements und der eigenen Mitarbeiter schloss der Konzern aber aus.

Namen von Schuldigen oder Verantwortlichen sucht man vergebens. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass mehrere Beteiligte Verantwortung für die Explosion auf der Deepwater Horizon tragen“, sagte der künftige BP-Chef Bob Dudley, der ab 1. Oktober offiziell die Leitung des britischen Konzerns übernimmt und dann den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Tony Hayward ablöst, dem schwere Fehler beim Krisenmanagement zur Last gelegt werden. Allerdings habe die Untersuchung keine grundlegenden Fehler beim Design der Ölbohrungsvorrichtungen ergeben, betonte Hayward. In US-Presseberichten war dagegen schon vor Monaten davon die Rede gewesen, dass BP Schlampereien und mangelhafte Sicherheitsstandards geduldet hatte, um Kosten zu sparen.

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Nur beschränkter Zugang zu Zeugen

BP beklagt, die etwa 50 Fachleute, die nach den Ursachen des Unglücks forschten, hätten nur beschränkten Zugang zu Zeugen gehabt. In einigen Fällen hätten sich die Fachleute lediglich auf wenige Informationen der Unternehmen Transocean, Halliburton und Cameron stützen können. Diese Unternehmen kooperierten mit BP bei der Erschließung der Macondo-Quelle.

Insgesamt nannte BP-Sicherheitschef Mark Bly acht Ereignisse, Fehler und Gründe, die zu der Katastrophe geführt hätten. Dabei räumte er unter anderem ein, dass die Zementbarriere am Meeresboden den Austritt von Gas und Flüssigkeiten nicht verhindert habe. Außerdem seien die Ergebnisse eines falschen Drucktests fälschlicherweise akzeptiert worden und das Team des Plattformbetreibers Transocean habe 40 Minuten lang das Ausströmen von Gasen nicht bemerkt oder darauf reagiert. Der knapp 200 Seiten dicke Bericht, den der Konzern auf seiner Website veröffentlichte, ist mit einer Fülle technischer Details gespickt und enthält auch 25 Vorschläge, die die Sicherheit bei künftigen Tiefseebohrungen verbessern sollen.

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