Branchenausblick 2010: IT und Telekommunikation: Sorgenkind Telekommunikation

Branchenausblick 2010: IT und Telekommunikation: Sorgenkind Telekommunikation

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IT und Telekommunikation: Mit einem Minus von 2,5 Prozent im laufenden Jahr haben sich die Hightech-Unternehmen deutlich besser geschlagen als der Rest der Wirtschaft

von Michael Kroker und Jürgen Berke

0,2 Prozent Umsatzwachstum erwartet der Branchenverband Bitkom für die gesamte IT-Branche. Während die IT ein wenig zulegt, verläuft die Telekommunikation mit minus 0,7 Prozent wie schon bisher gegenläufig.

Mit einem Minus von 2,5 Prozent im laufenden Jahr haben sich die Hightech-Unternehmen deutlich besser geschlagen als der Rest der Wirtschaft. „Die globale Wirtschaftskrise trifft den ITK-Sektor weniger als viele andere Branchen“, sagt auch Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Der Aufschwung der Gesamtwirtschaft im kommenden Jahr wird auch zu einer Belebung der Hightech-Märkte führen.“ Insbesondere die Nachfrage der Unternehmen werde dann wieder anziehen. „In der Informationstechnik ist ein Investitionsstau entstanden, der sich in den kommenden zwei Jahren auflösen wird“, glaubt Scheer.

Sorgenkind bleibt dagegen die Telekommunikation. Die Deutsche Telekom will eine Geschäftsprognose erst im Februar abgeben, weil die Nachfrage der Privathaushalte in Krisenzeiten schwer vorhersehbar ist. Während im traditionellen Kerngeschäft Festnetztelefonie und Mobiltelefonie die Umsätze weiter wegbrechen, rechnen die Analysten des Bankhauses Sal. Oppenheim auch 2010 mit einem Plus von 1,1 Millionen Neukunden bei superschnellen Internetanschlüssen.

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DSL-Anbieter geraten unter Druck der Kabel-TV-Betreiber

Die DSL-Anbieter geraten dabei zunehmend unter den Druck der Kabel-TV-Betreiber, die bis vor einem Jahr ein Nischendasein führten. Jeder dritte neue Breitbandanschluss geht auf das Konto von Kabel Deutschland und Co., die die DSL-Anbieter mit Netzgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr überholen. Allein 2009 investierten die Unternehmen fünf Milliarden Euro in den Netzausbau, im nächsten Jahr wird die Summe ebenso hoch sein. Nach der Frequenzauktion der Bundesnetzagentur, die voraussichtlich im Frühjahr 2010 stattfindet, bricht auch im Mobilfunk das Megabit-Zeitalter auf Netbooks, Smartphones und Handys an.

Das sehen die Analysten des Marktforschungsunternehmens IDC ähnlich. Laut IDC-Analyst Rüdiger Spies beeinflussen in den kommenden Jahren vor allem zwei Megatrends die Entwicklung der ITK-Industrie: Mobilität und das sogenannte Cloud Computing – also die Verlagerung von Rechenkapazitäten ins Internet. „Überdies beeinflussen und verstärken sich beide Trends gegenseitig“, sagt Spies. Mobile Geräte wie etwa Smartphones sind Zwittergeräte mit Handy- und Computer-Funktionen und beziehen immer mehr Leistungen über das mobile Internet.

Laut Untersuchung des Online-Vermarkters AdMob verursachte im Oktober das iPhone des Hersteller Apple rund die Hälfte des weltweiten Datenverkehrs im mobilen Internet – mit weiter stark wachsender Tendenz: IDC erwartet bis Jahresende rund 100 000 iPhone-Programme, Ende 2010 sollen bereits 300 000 dieser sogenannten Apps verfügbar sein. Viele dieser Apps nutzen ihrerseits wieder das mobile Internet. „Auf diesen Zug springen auch andere Hersteller wie Nokia, Blackberry oder Google auf“, sagt Spies.

Das Thema Cloud Computing spielt vor allem im Bereich Unternehmens-IT eine wachsende Rolle. Zu den Vorreitern der Entwicklung gehört der US-Anbieter Salesforce.com, dessen Kundenmanagement-Software nicht mehr im Unternehmen installiert werden muss. Statt dessen können Anwender die Funktionen per Browser über das Internet abrufen. „Auch viele andere Software-Anbieter marschieren in den kommenden Jahren in diese Richtung“, sagt IDC-Analyst Spies. Der deutsche Software-Gigant SAP etwa will im kommenden Jahr endlich seine mehrfach verschobene Mittelstandssoftware Business By Design auf den Markt bringen – als reine Internet-Lösung.

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