Branchenausblick 2010: Leere Töpfe für die Autoindustrie

Branchenausblick 2010: Leere Töpfe für die Autoindustrie

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Der Blick aufs nächste Jahr fällt für die deutschen Autohersteller traurig aus.

von Martin Seiwert

Der Blick aufs nächste Jahr fällt für die deutschen Autohersteller traurig aus. Die kommenden zwölf Monate dürften schlimm werden für Hersteller und Zulieferindustrie. Einzig die deutschen Edelmarken sehen für 2010 einen Hoffnungsschimmer.

Der Blick aufs nächste Jahr fällt für die deutschen Autohersteller traurig aus. Die kommenden zwölf Monate dürften schlimm werden für Hersteller und Zulieferindustrie – noch schlimmer als das zu Ende gehende Jahr, in dem der Absatz weltweit um rund fünf Prozent zurückging und der Markt für Premiumautos sogar um 15 Prozent einbrach. Die deutschen Edelmarken Daimler, BMW und Audi hat es damit 2009 besonders hart getroffen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer sehen sie erst für 2010.

Für Volumenmarken wie VW dagegen geht die Zitterpartie erst jetzt richtig los: Sie konnten sich 2009 noch gut behaupten, weil Regierungen rund um den Globus die Autoverkäufe mit Abwrackprämien ankurbelten. Von diesen milliardenschweren Konjunkturhilfen profitierten vor allem die Hersteller kleinerer, günstiger Autos. Doch inzwischen sind die Töpfe für die Abwrackprämien leer, die Kaufanreize werden 2010 fehlen. Außerdem haben viele Käufer, die sich ursprünglich erst 2010 ein neues Auto zulegen wollten, den Kauf wegen der Prämie vorgezogen. Auch diese Käufer werden den Autohäusern fehlen.

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Mobilität ist Wachstumsbranche

Die ferne Zukunft müsste die deutsche Automobilindustrie eigentlich nicht fürchten – das Geschäft mit der privaten Mobilität ist eine Wachstumsbranche. In den kommenden zehn Jahren wird der weltweite Absatz von derzeit rund 50 Millionen Autos pro Jahr auf 70 Millionen klettern. In vielen Schwellenländern wird die Pkw-Dichte rasant zunehmen, allein in China wird sich die Autodichte verzehnfachen.

Ob und in welchem Maße die deutschen Hersteller und ihre Zulieferbetriebe davon profitieren können, ist aber noch völlig unklar: Zuerst muss die Branche den wahrscheinlich größten technischen Umbruch ihrer Geschichte meistern – die Umstellung vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität. Dem Elektroauto gehört die Zukunft, weil Öl immer teurer wird und Umweltauflagen immer härter werden.

Bis 2020 muss die deutsche Autoindustrie dafür und für die Einhaltung der CO2-Grenzwerte der Europäischen Union 114 Milliarden Euro investieren, hat die Beratungsgesellschaft McKinsey berechnet. Billiger kämen die Hersteller nur weg, wenn es ihnen gelingt, den Anteil von Elektroautos am Gesamtmarkt schneller als geplant auszubauen.

Marktchancen gibt es genug: 2020 wird der Weltmarkt für Elektro- und Hybridautos auf 470 Milliarden Euro wachsen, 140 000 neue Jobs könnten dadurch weltweit entstehen. Die Branche sieht das mit gemischten Gefühlen: Denn gleichzeitig könnten in Deutschland 13 000 Jobs in der Zulieferindustrie verloren gehen, weil Elektroautos weder Kolben, noch Getriebe und Auspuff brauchen.

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