Branchenausblick 2010: Megatrend zum Energiesparen nützt Kunden wenig

Branchenausblick 2010: Megatrend zum Energiesparen nützt Kunden wenig

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3 Prozent Wachstum erwartert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

von Andreas Wildhagen

Drei Prozent Wachstum erwartet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft im kommenden Jahr bei der Stromproduktion. Trotz des Megatrends zum Energiesparen steigen für Energiekunden jedoch die Preise.

Bambi und Brennwerttechnik, Cannes und Carbon Capture Storage (Lagerung flüssigen Kohlendioxids), Goldene Kamera und Güllevergasung – in der Engergiewirtschaft wächst zusammen, was bisher als unvereinbar galt. Auslöser für die Versöhnung von Glamour und Gigawatt ist der Megatrend zum Energiesparen, der die Entwicklung der Branche bis 2015 bestimmt. „Die Energieffizienz wird das große Thema der kommenden fünf Jahre“, sagt Florian Haslauer von der Unternehmensberatung A.T. Kearney, „und es wird auch von Außenseitern angeschoben.“

Prominentester Außenseiter ist Georg Kofler, früherer Chef des Bezahl-TV-Senders Premiere (heute Sky), ewiger Stern der deutschen Schickeria-Szene und seit Mai 2008 Eigentümer von Kofler Energies mit Sitz in München. Direkt an der Theresienwiese hat sich der „Tiroler Bauernbub“, wie er von Freunden genannt wird, niedergelassen und investiert in zweistelliger Millionenhöhe – im Frühsommer in die Übernahmen der einst zu Aral gehörenden Rhein-Ruhr Energie AG in Bochum. Die berät gewerbliche Kunden wie Hotels und mittelständische Betriebe beim Energie-Sparen.

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Strompreis dürfte auch 2010 steigen

Das lohnt sich mehr denn je – von einigen Ausnahmen abgesehen dürfte der Strompreis auch 2010 weiter steigen. Allein zum Jahreswechsel erhöhen 100 der 1100 Stromversorgern in Deutschland ihre Tarife im Schnitt um fünf Prozent, im Extremfall sogar um 16 Prozent. „Wenn die Wirtschaft wieder wächst, die Nachfrage zunimmt und der Primärenergiepreis steigt“, sagt AT-Kearney-Berater Haslauer, „zieht auch der Strompreis wieder an.“

Entlastung für Energiekunden ist auch mittelfristig kaum zu erwarten. Matthias von Bechtolsheim, Energieexperte der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL), erwartet, „dass die Förderung erneuerbarer Energien tendenziell zurückgeführt wird, weil die öffentliche Kritik besonders bei Photovoltaik immer lauter wird.“ Auf den Strompreis wird sich das nur bedingt auswirken. „Bis 2015 werden zwar Offshore-Windkraftanlagen in Betrieb genommen und das wird die Großhandelspreise eher senken“, industrielle und private Endverbraucher würden davon aber nichts merken, weil sie weiter die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien zahlen müssten.

Kofler will das ändern – zumindest für sein Klientel. 200 Ingenieure übernehmen das Consulting und den Großeinkauf von Energie, die sie in Sammelbestellungen billiger bekommen – den Preisvorteil wollen sie an ihre Kunden weitergeben. Kofler Energies entwickelt dazu eine „K-Box“ – der Dekoder für das gescheiterte Kirch-Bezahlfernsehen hieß D-Box. Die K-Box für den Stromverbrauch soll ein Erfolg werden: Sie soll, so Kofler, „eine Art Cockpit sein, ausgestattet mit Tourenzähler und Verbrauchsmessgerät. Da kann dann jeder nachschauen, wie viel Energie er verbraucht und wie er im Durchschnitt aller Kunden dasteht, ob er seinen Technikpark optimieren oder einfach mal das Licht ausschalten muss“, rühmt der eloquente Entrepreneur seine Idee.

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