Branchenausblick 2010: Nach dem Sturm: Was 2010 auf die Unternehmen zukommt

Branchenausblick 2010: Nach dem Sturm: Was 2010 auf die Unternehmen zukommt

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Franz Fehrenback, Vorsitzender der Robert Bosch GmbH: Paradebeispiel für die bevorstehenden Umwälzungen in vielen deutschen Industrieunternehmen

von Reinhold Böhmer, Mario Brück, Martin Seiwert, Michael Kroker, Rüdiger Kiani-Kreß, Cornelius Welp und Hans-Jürgen Klesse

Im Jahr 2010 wird sich entscheiden, welche Unternehmen durch die Krise unter die Räder kommen, welche überleben und welche gestärkt in die Zukunft gehen. Die WirtschaftsWoche analysiert die Trends nach dem großen Sturm – und die Aussichten der wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft bis 2015.

Es ist ungewöhnlich kalt für die Jahreszeit. Ein eisiger Wind pfeift über die Baustelle im thüringischen Arnstadt. Angela Merkel und Franz Fehrenbach haben sich in schwere Mäntel gehüllt. Die Bundeskanzlerin und der Bosch-Chef sind gekommen, um den Grundstein für eine der größten Solarfabriken in Deutschland zu legen. 530 Millionen Euro will die Bosch-Tochter Ersol hier investieren und 1100 neue Jobs schaffen. Die 90 Millionen Solarzellen, die jährlich gefertigt werden, decken den Strombedarf von 200 000 Menschen. Mit der Solarenergie „werden wir wunderbare Dinge erleben“, sagt die Bundeskanzlerin.

Die zehn Monate, die seither vergangen sind, haben der deutschen Solarindustrie die Feierlaune gründlich verdorben. Wegen der Wirtschaftskrise und der Beendigung eines Förderprogramms in Spanien ging die Nachfrage zurück, gleichzeitig überschwemmten asiatische Hersteller den Markt mit ihren Produkten. Die Folge ist ein Preisrutsch von 35 Prozent in nur einem Jahr.

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Grünen Technologien gehört die Zukunft

Doch so schmerzhaft die Umsatzeinbußen für die Branche auch sein mögen – gerade der Preisverfall bringt die Solarenergie der Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Energien ein großes Stück näher und wird der jungen Industrie bald den nächsten Boom bescheren. Schon heute ist die Elektrizität aus einer Solaranlage auf dem eigenen Dach kaum teurer als der Strom vom Energieversorger.

Grünen Technologien gehört die Zukunft – darin sind sich Politiker, Wissenschaftler und Top-Manager einig, und auch die internationalen Unternehmensberatungen sehen darin den wichtigsten Megatrend der kommenden Jahre. Bis 2020 wird die weltweite Nachfrage um fast 100 Prozent auf 3100 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Die gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft: Kaum ein Land ist in diesen branchenübergreifenden Technologien so gut positioniert wie die heimische Industrie – Solarzellen, Windparks, effiziente Gaskraftwerke, Kläranlagen, Spritspartechnik, Wärmedämmung und Abfallrecycling „made in Germany“ haben beste Chancen, zu Exportschlagern für die ganze Welt zu werden.

Die schlechte Nachricht: Greentech ist die Ausnahme – viele andere Wirtschaftszweige, in denen deutsche Unternehmen bislang international führend waren, sind am Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends schwer angeschlagen. Geschwächt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stehen Automobilindustrie, Maschinenbau und Chemie unter nie da gewesenem Druck. Fabriken und Belegschaften sind kaum ausgelastet, Banken zittern vor drohenden Kreditausfällen oder hängen am Tropf des Steuerzahlers. Gleichzeitig nehmen neue Konkurrenten aus den Schwellenländern – vor allem aus China – die bisherigen Champions ins Visier.

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