
Um mehr als vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen nach Angaben des Branchenverbandes BHB die Bruttoumsätze der Bau- und Heimerwerkermarktbranche im dritten Quartal. Noch zu Jahresbeginn hätte mit dieser positiven Entwicklung kaum jemand gerechnet. Möglicherweise kommt den Baumärkten der so genannte „Cocooning-Effekt“ zugute: In Krisenzeiten ziehen sich Verbraucher demnach verstärkt ins gewohnte häusliche Umfeld zurück. Um sich dieses so angenehmen wie möglich gestalten, geben sie dann ihr Geld statt in Restaurants oder auf Reisen lieber in Baumärkten aus.
Auf diese Entwicklung deutet auch in eine Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex hin. Demnach sind Baumärkte aus Verbrauchersicht innerhalb der vergangenen zwölf Monate deutlich beliebter geworden: Um mehr als 20 Prozent haben sich die durchschnittlichen Imagewerte der untersuchten Ketten verbessert. Fast alle Anbieter erreichen im Hinblick auf die Beliebtheit bei den Verbrauchern in diesen Tagen ein Jahreshoch.
So auch die Marke Bauhaus: Mit zuletzt 57 BrandIndex-Punkten erweist sich die Kette als besonders erfolgreich und liegt damit nun im Branchenvergleich vor dem Konkurrenten Obi an erster Stelle. Bezogen auf den Jahresdurchschnitt ist Obi zwar noch immer die Nummer 1, doch möglicherweise könnte Bauhaus den Branchenprimus künftig dauerhaft als beliebtesten Baumarkt der Deutschen ablösen. Bisher beträgt der Vorsprung zu Obi allerdings nur wenige Punkte.
Ebenfalls sehr stark mit aktuell rund 50 BrandIndex-Punkten folgt im Imagevergleich der Konkurrent Hornbach auf dem dritten Platz. Lediglich im Mittelfeld bewegen sich die beiden Marken Max Bahr und Hagebaumarkt. Vor allem Hagebaumarkt, ein Verbund aus mittelständischen Händlern, konnte in den vergangenen zwölf Monaten stark zulegen und erreicht im BrandIndex aktuell etwa 43 Punkte. Noch vor einem Jahr erreichte die Kette lediglich rund 28 BrandIndex-Punkte.
Für die Cocooning-Theorie spricht, dass nicht nur Baumärkte von der aktuell positiven Stimmung der Verbraucher profitieren: So wird etwa auch der Möbelriese Ikea bei den Deutschen immer beliebter und erreicht in diesen Tagen ebenfalls ein Jahreshoch.
Weit weniger stark zeigt sich jedoch die früher zur Metro Gruppe gehörende Kette Praktiker: Zwar konnte auch sie von einem Aufwärtstrend profitieren, allerdings liegt Praktiker mit einem Score von derzeit etwa 27 Punkten vergleichsweise weit zurück. Vor allem im Hinblick auf die Qualitätswahrnehmung der Verbraucher schneidet Praktiker auffallend schlecht hab. Sehr effektiv als Qualitätsanbieter kann sich hingegen die Bauhaus-Kette positionieren.
Überraschend ist, dass Praktiker es nach wie vor nicht geschafft hat, sich ein effektives Preisimage aufzubauen. Trotz populärer Rabattaktionen bewerten die befragten Verbraucher das Preis-Leistungs-Verhältnis von Praktiker eher verhalten.
Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.













