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BrandIndex: Druck auf Schlecker wächst

von Boris Hedde

Der Drogerieriese Schlecker wird von seinen Konkurrenten dm, Rossmann und Müller immer stärker bedrängt. Die Situation wird für das Unternehmen zunehmend gefährlich, denn die Konkurrenten werden bei den Verbrauchern immer beliebter, schreibt Boris Hedde von YouGovPsychonomics.

Brand-Index: Der Imageverlauf der Marke Schlecker
Brand-Index: Der Imageverlauf der Marke Schlecker (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Mit harter Hand hat der Drogeriekönig Anton Schlecker ein milliardenschweres Handelsimperium geschaffen. Doch die Rezepte der Vergangenheit scheinen schon seit längerer Zeit nicht mehr zu funktionieren: Seitdem Rossmann und Co. mit großen und freundlichen Läden die Kunden anlocken, schrumpfen die Marktanteile von Schlecker in rasantem Tempo.

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Wie eine neue Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex nun zeigt, könnte sich die bereits jetzt schwierige Situation von Schlecker in nächster Zeit drastisch verschärfen, denn Schlecker wird bei den deutschen Verbrauchern immer unbeliebter. Seit Januar haben sich die Imagewerte der Marke Schlecker auffallend stark eingetrübt.

Konkurrenten legen deutlich zu - Schlecker verliert

Mit derzeit minus 8 BrandIndex-Punkten gehört Schlecker sogar zu den schwächsten Marken im deutschen Einzelhandel, nur wenige Anbieter wie etwa die insolvente Kette Woolworth schneiden schlechter ab. In einzelnen Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder auch im Schlecker-Heimatbundesland Baden-Württemberg kommt die Drogeriekette beim Verbraucher sogar noch wesentlich schlechter an. Beliebter ist Schlecker hingegen in ostdeutschen Ländern wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt.

Bedrohlich ist das schlechte Abschneiden für die Kette auch deshalb, weil sich die Konkurrenten dm und Rossmann in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Marken im Einzelhandel entwickelt haben und entsprechend Marktanteile gewinnen. Mit aktuell 84 Punkten steht dm im BrandIndex sogar an der Spitze der gesamten Branche. Außerdem konnten dm wie auch Rossmann seit Januar nochmals einige Punkte zulegen.

Die Gründe für die Markenschwäche von Schlecker liegen auf der Hand: Während andere Anbieter mit freundlich eingerichteten und großen Filialen den Kunden ein Einkaufserlebnis bieten, fühlen sich viele Verbraucher in den kleinen und engen Schlecker-Geschäften eher unwohl. Das spiegelt sich auch im BrandIndex wider: Die Qualitätswahrnehmung der befragten Verbraucher ist insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten sehr kritisch.

XL-Märkte sollen Image verbessern

Problematisch ist auch, dass sich das von den Verbrauchern bewertete Preis-Leistungs-Verhältnis in den vergangenen zwölf Monaten drastisch verschlechtert hat. Dabei versuchte Schlecker in der Vergangenheit ausgerechnet mit einem starken Preisimage zu punkten. Das wesentlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis haben aus Verbrauchersicht dm und Rossmann, wobei Rossmann in diesem Punkt aktuell besonders stark zulegen konnte. Ob sich Schlecker mit dem neu entwickelten XL-Konzept zukünftig wieder besser positionieren kann, ist fraglich.

Immerhin entwickelten sich die Imagewerte der ebenfalls zu Schlecker gehörenden Kette Ihr Platz vergleichsweise stabil und stiegen in den vergangenen Wochen sogar leicht an. Mit derzeit 21 BrandIndex-Punkten liegt die Marke allerdings weit hinter den Mitbewerbern zurück.

Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.10.2009, 13:12 UhrAnonymer Benutzer: Preise zählen, sonst nichts

    Schlecker ähnelt sehr dem ALDi der vergangenen Jahre. Unattraktive Läden, unfreundliche Kassiererinnen, die mit Lichtgeschwindigkeit Waren scannen und so den Kunden auf Trab halten. Wenn allerdings das Preis-Leistungsverhältnis bei Schlecker so fantastisch wäre wie bei ALDi würde Schlecker keine Verluste schreiben, denn viele Kunden würden Schlecker bevorzugen - genauso wie sie bei ALDi die Nachteile in Kauf nehmen und trotzdem dort kaufen.

  • 25.08.2009, 13:00 UhrAnonymer Benutzer: tu7

    Dass die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter eventuell auch eine Rolle spielen könnten, wonach der Kunde seine Wahl trifft, scheint beim Redakteur und bei Schlecker noch nicht angekommen zu sein. Na mir kann's egal sein, ich kaufe prinzipiell nur bei DM.

  • 25.08.2009, 04:24 UhrAnonymer Benutzer: laotse

    Schleckers Heimatbundesland ist "Württemberg". Aus "baden" kommen die DM-Märkte. bei uns sagt man: "die Schwobe schaffe, d´badener denke". Genau so kommen mir Schleckermärkte im Vergleich zu DM-Märkten vor. Einkaufsarbeit gegen zum Nachdenken anregendes Einkaufsvergnügen. Stuttgart war nie die Hauptstadt von baden - und irgendwann hört die dumpfe Gängelung (z.b. Abschaffung von Englisch in der Grundschule nur in baden) auch wieder auf.

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