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BrandIndex: Imagetalfahrt der Deutschen Bahn

von Boris Hedde

In diesen Tagen nutzen wieder Millionen Menschen die Bahn für ihre Reisen über die Weihnachtstage. Fröhlich erleben die Bahnfahrt aber wohl nur die Wenigsten, denn kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland hat in der Öffentlichkeit derzeit ein schlechteres Image als die Deutsche Bahn, schreibt Boris Hedde von Psychonomics.

brandindex

Auch wenn für das ehemalige Staatsunternehmen schlechte Nachrichten und öffentliche Angriffe nicht neu sind: 2008 war einfach nicht das Jahr der Deutschen Bahn. Egal ob Streikchaos, defekte ICE oder der verschobene Börsengang – viele PR-Unglücke kennzeichnen das Jahr.

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Eine aktuelle BrandIndex-Analyse belegt: Das Image der Bahn hat sich im Jahr 2008 sehr negativ entwickelt. Mit nur noch minus 53 Punkten hat die Deutsche Bahn vor kurzem nicht nur einen neuen Tiefpunkt im BrandIndex erreicht, sie hat damit sogar ein so schlechtes Image, wie kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland.

Dabei schien es nach der Tarifeinigung mit den Lokführern in der ersten Jahreshälfte noch so, als würde es in Sachen Markenimage wieder bergauf gehen. Doch nach der Ankündigung von Preiserhöhungen Ende August sackten die BrandIndex-Werte der Marke Deutsche Bahn innerhalb weniger Tage um 25 Prozent auf zunächst minus 45 Punkte ab.

Bedienzuschlag erregte Gemüter

Dabei erregte insbesondere der so genannte "Bedienzuschlag" die Gemüter: Für am Schalter erworbene Tickets, sollten die Fahrgäste einen Aufschlag zahlen. Der Ärger war vor allem bei älteren Reisenden groß, die den Kauf von Fahrscheinen im Internet oder an Automaten häufig meiden. So überrascht es auch nicht, dass die Werte in der Gruppe der Über-50-Jährigen im gleichen Zeitraum in etwa doppelt so stark gefallen sind wie bei jüngeren Fahrgästen.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Auch danach ging die Talfahrt der Imagewerte weiter. Nach einer leichten Erholung stürzten die BrandIndex-Werte Ende Oktober erneut heftig ab, denn verschärfte Sicherheitskontrollen an den ICE-Achsen sorgten für zum Teil erhebliche Verspätungen und Zugausfälle. Die verärgerten Bahnkunden mussten oft auf andere Verkehrsträger ausweichen. Schädlich auch fürs Image: Kontrolleure verwiesen mehrfach Minderjährige, die keinen gültigen Fahrschein vorweisen konnten, des Zuges.

In der Folge fiel die Marke Deutsche Bahn Ende November mit minus 53 Punkten auf ihr bisheriges Jahrestief. Zwar stiegen die Imagewerte in den vergangenen zwei Wochen wieder leicht an, mit aktuell minus 49 Punkten befinden sie sich jedoch nach wie vor auf sehr schwachem Niveau.

Zum Vergleich: Das in der Öffentlichkeit schon als besonders kritisch bewertete Image der Deutschen Telekom wird mit derzeit minus 21 BrandIndex-Punkten von den Befragten zwar schlecht, aber dennoch erheblich besser bewertet.

Mit dem aktuellen Fahrplanwechsel und dem Inkrafttreten der neuen Fahrpreise erreicht nun auch das von den Befragten bewertete Preis-Leistungs-Verhältnis seinen diesjährigen Tiefststand.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.01.2009, 20:36 UhrAnonymer Benutzer: sehr verärgerter Fahrgast

    Nicht nur die unregelmäßiger Fahrten sorgen für Ärger unter den Fahrgästen.

    Überfüllter Abteil od. besser ausgedruckt Tierstall während des berufsverkehrs.

    Lounge-Einrichtungen in 2 Klassen!!

    Und noch ständige Erhöhung des Fahrpreises.

    Wie soll man es weiter zulassen!

  • 05.01.2009, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: Hemmschuhleger

    Wie viele teuer bezahlte Chefkommunikatoren waren denn seit der bahnprivatisierung in 1994 bisher im Unternehmen tätig und was haben diese - natürlich externen - Kommunikationsprofis am image geändert ? in der bahnkommunikation waren und sind vorwiegend Leute tätig, die keine Ahnung von bahn hatten und haben. Das verbindet sie übrigens auch mit der überwiegenden Zahl bereits verblichener und noch tätiger Führungskräfte. Wohlriechende Schlipsträger und Jungmanager haben aus der Firma ein einziges "Jugend forscht"-Labor gemacht.
    Wer wundert sich da noch über Pleiten, Pech und Pannen sowie über den dauerhaften image-GAU ?

  • 25.12.2008, 11:48 UhrAnonymer Benutzer: Kunde

    ich weiß nicht, woher "schlechtreden" seine Erfahrungen hat. Aber tatsächlich ist der kleine Mann derjenige, der Tag für Tag unter der katastrophalen Qualität der bahn zu leiden hat. Ob ein Arbeitgeber auf Dauer Verständnis hat, wenn man wegen der bahnverspätungen nicht pünktlich auf der Arbeit ist? Wohl kaum! Naja, dann eben arbeitslos. Hauptsache die Manager um Herrn Mehdorn erhalten ihre wohlverdienten boni. Jeder private wäre sofort am Ende. Nicht so die Herren aus dem bahntower.

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